„Hateful Eight“: Verhasste Kopfgeldjäger in der Eiswüste
Ein Kammerspiel im tiefen Schnee
Grafik: Rayukk, wikimediea commons (CC-BY-SA-4.0)
Gut oder böse; oder nur böse? Grafik: Rayukk, wikimediea commons (CC-BY-SA-4.0)
Gut oder böse; oder nur böse?

Nach „Django Unchained“ liefert Quentin Tarantino einen weiteren fesselnden Western ab. In gewohnter Manier bietet er den ZuschauerInnen einen ungewöhnlichen Ritt in eine Welt voller Gewalt, brillanter Dialoge und exzentrischer Figuren. Nach etwa 24 Jahren findet der Regisseur mit seinem achten Werk zu seinen Wurzeln zurück: „Hateful Eight“ entpuppt sich als Wild-West–Version von „Reservoir Dogs.“

Der Plot spielt einige Zeit nach dem amerikanischen Bürgerkrieg im verschneiten Wyoming. Kopfgeldjäger John „Hangman“ Ruth befindet sich zusammen mit seiner Gefangenen Daisy Domergue auf einer Reise in die Stadt Red Rock, um dort die gesuchte Verbrecherin der Gerechtigkeit zuzuführen.

Auf seinem Weg muss er unerwartet einen weiteren Kopfgeldjäger, Major Marquis Warren, und Christ Mannix, einen Mann, der von sich behauptet, der neue Sheriff von Red Rock zu sein, mitnehmen. Aufgrund eines Blizzards suchen diese Schutz in einer Herberge, in der sich jedoch schon vier ihnen unbekannte Personen aufhalten. Während der Sturm tobt, wird klar, dass unter den Anwesenden nicht alle die sind, für die sie sich ausgeben.

Episch, blutig, lustig

Dass der Film mit seinen 187 Minuten seine Längen hat, bekommt man die erste Stunde mehr als zu spüren: Es passiert herzlich wenig. Ausgefüllt wird diese Stunde mit Landschaftsaufnahmen, langen Dialogen zwischen den ProtagonistInnen und einem Spannungsaufbau, der aber mit Eintritt in die Herberge immer schneller zu werden scheint. Ab da vollzieht sich ein Kammerspiel á la „Reservoir Dogs“ mit acht verschiedenen Figuren, die Tarantino mit viel Blut und schwarzem Humor zu einem großartigen Erlebnis zusammenfügt.

Ein Muss für Tarantino-Fans

Dass die Mühen erfolgreich waren, sieht man an den Oscarnominierungen: Beste Nebendarstellerin (Jennifer Jason Leigh), Beste Filmmusik (Ennio Morricone), Beste Kamera (Robert Richardson). Für alle, die sich den Film anschauen möchten: Seit dem 28. Januar ist „Hateful Eight“ in deutschen Kinos zu sehen.

:Eugen Libkin