Stadtviertelvergleich: Bochum-Mitte bei Studis besonders beliebt
Ehrenfeld, Kortländer oder direkt über‘m Freibeuter?
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Warum nicht direkt im Bermuda3eck wohnen? Der Mietpreis in Bochum lässt es zu. Foto: tims
Warum nicht direkt im Bermuda3eck wohnen? Der Mietpreis in Bochum lässt es zu.
Wer als Studi in eine neue Stadt zieht, weiß am Anfang nicht genau, wohin: direkte Uni-Umgebung im Wohnheim, citynah in der eigenen WG oder pendeln aus dem günstigeren Vorort? Informationsportale wie verbraucherwelt.de leisten Abhilfe – und machen deutlich: Studis wohnen gerne in Bochum-Mitte. 
 
Neues Semester, altes Problem: In den großen Ballungsräumen ist der bezahlbare Wohnraum knapp, doch Bochum ist dabei noch eine Ausnahme. Während die Studierenden in Berlin im Durchschnitt aktuell 10,77 Euro pro Quadratmeter 
(€/qm) Wohnfläche bezahlen müssen, ist die Revierstadt der RUB mit 6,10 Euro vergleichsweise preiswert. Andere Uni-Städte wie Köln (11,36 €/m²), Frankfurt am Main (14,60 €/m²), Stuttgart (17,11 €/m²) oder München (20,67 €/m²) zeigen, welche Explosionen in Ballungsräumen möglich sind. Dort können die präferierten Wohngebiete nicht so einfach ausgesucht werden.

Studis wohnen in „Mitte“ – weil Bochum es zulässt

8,10 Euro kostet der Quadratmeter Wohnraum in der Innenstadt von Bochum und gehört damit eher zu den teureren Gegenden der Stadt. Trotzdem ist „Mitte“ vor allem bei Studis beliebt, wie das Portal verbraucherwelt.de zeigt. „Zentral wohnen, am besten in direkter Bermuda3eck-Umgebung oder zumindest am Kortländer“, meint RUB-Student Frederick, während Studentin Carina auch die Außenbezirke spannend findet: „Ob in Bochum-Stahlhausen am Westpark oder in direkter Nähe des Wiesentals in Bochum-Weitmar. Beide grenzen an die Innenstadt und sind schöne und vor allem bezahlbare Ecken.“   

„Rotlicht-Viertel“ Rottstraße – eine günstige Alternative

Eine andere Meinung vertritt das Infoportal selbst: „Welcher Student will schon im Rotlicht-Viertel wohnen?“, fragt sich verbraucherwelt.de und hat in Bezug auf Bochum unrecht. Die Antwort: sehr viele Studierende der RUB. Denn die Rottstraße, das ehemalige Rotlichtviertel Bochums, ist nicht zuletzt durch das Theater und die anliegenden Kneipen (Neuland, Absinth) sehr beliebt und gilt als Alternative zum Stadtteil Ehrenfeld und dem Kortländer Kiez in der Innenstadt. Auch wenn die Straßenverhältnisse speziell für RadfahrerInnen (siehe Schlaglochführer in der :bsz 1078) verbesserungswürdig sind.

„Mietpreisbremse“ wirkt in Bochum

Dass die Mieten in Bochum generell stabil bleiben, liegt vor allem an dem aktuell niedrigen Zinsniveau, wodurch die Nachfrage nach Eigentum viel höher ist als nach Mietwohnungen. So sind die Preise für eine Eigentumswohnung laut immowelt.de seit 2013 in Bochum um 57 Prozent gestiegen, während sich der Mietspiegel im selben Zeitraum nur marginal verändert hat. Für die meisten Studierenden der RUB stellen sich Eigentumsfragen noch nicht, deswegen sollen es vor allem WGs in der Innenstadt sein. Frederick hatte seine ganz persönlichen WG-Erfahrungen im lauten Umfeld „direkt gegenüber vom Freibeuter“ gemacht. Pure Ablenkung und ein konstant hoher Lärmpegel sind trotz zentraler Lage eben  nicht für jedeN geeignet.