Zugangshindernisse müssen bei Raumplanung beachtet werden
Ebenerdig in den Hörsaal
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HZO 10: Hier können auch Dozierende barrierefrei den Saal erreichen. Foto: RUB
HZO 10: Hier können auch Dozierende barrierefrei den Saal erreichen.
Barrierefreiheit sollte an der RUB selbstverständlich sein. Studierende können die meisten Räume tatsächlich problemlos erreichen. Anders ist dies bei gehbehinderten DozentInnen, wie  RUB-Student Sven Heintze nun feststellte.
 
Am 20. Juni kommt Sally Perel an die Ruhr-Uni. Der 91-jährige Autor des Buches „Ich war Hitlerjunge Salomon“ soll von seinem Leben erzählen. Da ihm das Gehen schwer fällt, ist Perel auf einen Rollstuhl angewiesen. Der Raum für den Vortrag musste also barrierefrei sein. Bei der Raumverwaltung stellte Sowi-Student Heintze fest, dass es zwar umfangreiche Campuspläne für das ungehinderte Fortbewegen für StudentInnen gibt, aber keine vergleichbaren Pläne für DozentInnen. Also begab er sich selbst auf die Suche: „Ich lief die Hörsäle ab“.
 
Während Studis die meisten Säle von oben auch mit einem Rollstuhl erreichen können, ist der Zugang zum Podium aber nur in den großen Räumen des HZO mit einer Rampe ausgestattet.
 
Dies sei ein bekanntes Problem, weiß Jens Wylkop. Bei den so genannten „99er-Gebäuden“, benannt nach ihrer Entstehungszeit, sei es schwierig, erklärt der RUB-Pressereferent. Zentral gelegen gäbe es aber Hörsäle im HZO, die den Anforderungen entsprechen. Kleinere Räume gebe es in den N-Gebäuden. Sie sind über den Außenbereich barrierefrei erreichbar. Die Tür geht auf und man steht unmittelbar im Bereich des Rednerpults.“ 

Selbst in die Hand genommen

Nach seiner Suche fand Heintze dann einen passenden Raum. HZO 70 ist ebenerdig erreichbar, der Ausgang führt hinter die N-Reihe. Diesen hat er nun gebucht und auch eine Zutrittsgenehmigung für den ganzen Tag bekommen. Trotzdem fände er es schön, wenn die Uni nachbessert, wo es möglich ist und bestehende Barrieren dokumentiert, um dies bei der Raumplanung zu berücksichtigen. 
 
:ksz
 
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