Kommentar: Political Hating: I hate Republicans!
Don’t feed the trolls

Hating und Trolling beschränken sich nicht nur auf das Internet (siehe :bsz 1040). Arthur C. Brooks, US-amerikanischer Autor, erklärt anhand der US-amerikanischen Präsidentschaftswahl, was es mit political hating auf sich hat und plädiert für einen hassfreieren Umgang in der Gesellschaft.

Die Präsidentschaftswahlen in den USA stehen bald an und entweder RepublikanerInnen oder DemokratInnen sind mal wieder für die jeweils anderen politischer Abschaum. Schon 2014 haben die RepublikanerInnen das Gerücht verbreitet, Hillary Clinton habe einen Hirnschaden.

Es sei eine destruktive Rhetorik zu erkennen, die sich in drei verschiedene Hassformen unterteilen ließe, so Brooks: „hot hate“, „cool hate“ und „anonymous hate“. „Hot hate“ basiere vor allem auf Wut: Man stelle sich jemanden vor, der sich lauthals vorm Fernseher über einen Kandidaten oder eine Kandidatin aufregt. Cool hate, etwas subtiler, bezeichne den Ausdruck von Abscheu in Form von z.B. Sarkasmus oder Herabsetzung. Unter „anonymem Hass“ verstehe man vor allem den Druck auf die Medien, jede Form von Feedback zu veröffentlichen.

So wie auch im Internet oft dazu aufgerufen wird, nicht auf Trolle zu reagieren, damit sie von einem ablassen, empfiehlt auch Brooks, sich nicht an einem degradierenden Wahlkampf zu beteiligen. Denn Hass sei unser größter Feind, er zerstöre uns kurz- wie langfristig, zitiert er den Dalai Lama.

Trolls just want to have fun

Die Studie „Trolls just want to have fun“  von 2014 bestätige seine Befürchtungen: In dieser erhielten ausgerechnet die fünf Prozent, die in einem Fragebogen angegeben haben, gerne anonym Negatives und Destruktives zu posten, die höchste Punktzahl hinsichtlich negativer Persönlichkeitszüge wie Sadismus oder Psychopathie.

Auch wenn es alarmierend ist, dass es Menschen gibt, die aus niederem Anlass Stunk machen, gehört es meiner Meinung jedoch dazu, auch mal emotional Stellung zu beziehen und die Abneigung gegenüber der konträren Position auszudrücken. Gefährlich wird es nur, wenn sich daraus eine Art Stunk-Kultur entwickelt, die nur noch schwarz/weiß sieht und Personen anstelle von Themen in den Vordergrund stellt.

:Anna-Eva Nebowsky