Neue Verschärfungen am Campus
Die Rückkehr der Maske
Bild: kjan
Maske am Platz: Richtig oder nervig?

Neue Regeln und härtere Maßnahmen scheinen in allen Lebensbereichen anzustehen, auch an der Uni. Was sagen die Studis dazu?

Die Universitätsbibliothek ist nicht nur für das Suchen und Ausleihen von Büchern eine wichtige Institution, auch als Lernort spielt sie für viele Studierende der Ruhr-Universität eine große Rolle. Bessere Lernatmosphäre, Lage auf dem Campus und der Zugriff auf Lektüre sind große Vorteile beim Lernen in der Uni-Bib. Besonders in dieser Funktion war sie jedoch in den Monaten seit Beginn der Corona-Pandemie lang nicht verfügbar. Nachdem zwischenzeitlich Lösungen mit Platzreservierungen eingeführt wurden, kann man aktuell wieder ohne vorherige Anmeldung an einem der Lernplätze arbeiten. Damit das funktioniert und die Gesundheit der Studierenden und Angestellten geschützt werden kann, gibt es Maßnahmen, an die man sich halten muss.

Seit dem 15. November gehört zu diesen Maßnahmen auch eine Maskenpflicht an den Lernplätzen, an denen man diese zuvor absetzen durfte. Die schlechte Belüftung und das Nicht-Einhalten des Sicherheitsabstandes werden hierfür als Gründe genannt. Nicht bei allen kommt diese Änderung so gut an, manchen geht sie noch nicht weit genug. Bei einem kleinen Spaziergang über den Campus und über Instagram hattet Ihr die Möglichkeit, uns Eure Meinung zu sagen.

Vor der UB traf ich Niklas und Jan. Beide sind grundsätzlich zufrieden mit den Lernmöglichkeiten an der Uni, auch wenn es manchmal schwierig sei, Plätze zu finden. Besonders zu Stoßzeiten. Die Maskenpflicht am Platz verstehen sie zwar grundsätzlich, fragen sich jedoch, wie sinnvoll sie im Kontext der Regeln an anderen Orten ist. So kann man in Cafeterien und Mensen ohne Maske sitzen, genau wie in Kneipen oder Clubs, in der Bibliothek muss man dann aber plötzlich die Maske aufbehalten. Dass das Partyleben fast normal wieder losgehen konnte, während Unis und Orte am Campus weiterhin geschlossen oder nur unter strengen Auflagen geöffnet waren, ist eine Kritik, die man seit den ersten Lockerungen 2020 immer wieder hörte. Ronja und Milena waren ähnlich zufrieden mit den Lernmöglichkeiten, auch wenn es oft schwierig sei, zwei Plätze zu finden, wenn man gemeinsam in die UB ginge. Dass die Bib so stark besucht war, dass keine weiteren Leute reingelassen wurden, haben sie bisher nicht erlebt. Ihnen gehen die Maßnahmen vor Ort jedoch noch nicht weit genug, und sie wünschen sich am liebsten eine Regelung mit 2G-Nachweis, um wirklich sicher zu sein.
Über Instagram fielen die Reaktionen ebenfalls primär positiv aus. Über die Hälfte der Antwortenden fand die Maskenpflicht am Platz eher gut als schlecht und 60 Prozent der Leute fanden die Maßnahmen eher zu locker als zu strickt. Außerdem wurde sich eine Platzreservierung zurückgewünscht.

Maßnahmen

Einlass nur mit 3G-Nachweis. Derzeit dürfen sich maximal 450 Personen gleichzeitig in der UB aufhalten. Den aktuellen Belegungsgrad findet Ihr auf der Seite der UB. Für Ausleihe, Rückgabe, Kopieren und Scannen darf man sich 45 Minuten in der UB aufhalten. Lernplätze stehen ohne Platzbuchung zur Verfügung. Außer in gebuchten Räumen für Einzelpersonen zur Teilnahme an Zoomkonferenzen gilt eine Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske. 

Senf: Die Uni scheint sich ihrer Position zwischen Schutz der Gesundheit von Angestellten und Studierenden und unbedingtem Bestehen auf Präsenz in Kursen und Klausuren nicht sicher zu sein. Die schlussendlichen Entscheidungen werden oft den einzelnen Fakultäten überlassen, und Beschwerden über Präsenzzwang oder halbgare Hybridkonzepte gab es immer wieder. Das führt leider schlussendlich oft zu besonders harten Maßnahmen in manchen Situationen, die im Vergleich zu anderen – im öffentlichen Leben und auf dem Campus selbst – absurd wirken, nachdem man erst einen eher lockeren Kurs gefahren ist. Hybridangebote sind nicht einfach, besonders wenn sie intuitiv seien und trotzdem funktionieren sollen. Doch ist ein gewisser Stillstand zu beobachten in dieser Hinsicht: Die technischen Voraussetzungen in den Räumen und Kenntnisse der Dozierenden sind oft genug auf dem vorpandemisch schlechten Niveau. Solche Probleme lösen sich nicht von allein, und Unterstützung seitens der Politik ist unabdingbar. Jedoch sollte man Vorsicht walten lassen, dass man nicht erst in der großen, euphorischen Öffnungswelle mitschwimmt um dann kurz darauf nach und nach alles zu verschärfen oder dicht zu machen. Wenn so etwas mit unklarer Kommunikation einhergeht, und eine langfristige Planung für Studierende an fehlenden langfristig gültigen Infos seitens der Uni scheitert, erzeugt man nur Unsicherheit, Verwirrung und Verärgerung. 

:Jan-Krischan Spohr