Ausstellung dem Kollektiv "Junger Westen" gewidmet
Die Moderne – revisited
Hans Werdehausen, Zwei Formen, 1955 Kunstsammlungen der RUB. Sammlung Moderne.
Hans Werdehausen, Zwei Formen, 1955 Kunstsammlungen der RUB. Sammlung Moderne.

Museum.  Am 18. Mai eröffneten die Kunstsammlungen der RUB eine Ausstellung zu Kunst nach 1945. 

In seinem Aufsatz „Kulturkritik und Gesellschaft“ stellte Theodor W. Adorno die Frage, welchen Wert Kunst nach Auschwitz habe. Die 1947 in Recklinghausen formierte Künstlergruppe Junger Westen formulierte mit ihrem Schaffen eine mögliche Antwort auf diese Frage. Aus der Motivation, den in der Zeit des Nationalsozialismus verlorenen Zeitgeist der Avantgarde wieder aufzunehmen, suchte die Gruppe nach eigenen künstlerischen Ausdrucksformen. Zum 70-jährigen Jubiläum widmen insgesamt sechs RuhrKunstMuseen dem Wirken dieser Kunstschaffenden eine städteübergreifende Ausstellungsreihe.  

Direkt auf dem Campus

„Aufbruch nach 1945. Albert Schulze Vellinghausen und der Junge Westen“ heißt die Ausstellung der Kunstsammlungen der RUB, die bis zum 1. Oktober geöffnet ist. Dr. Friedericke Wappler, wissenschaftliche Leiterin der Kunstsammlungen, beschreibt die Ausstellung als „Brücke zwischen dem Privatsammler Albert Schulze Vellinghausen (ASV) und der hiesigen Künstlergruppe Junger Westen“. Der Kunstsammler und -förderer begleitete die Gruppe publizistisch und förderte ihre Arbeit durch Ankäufe. Mit einer großzügigen Schenkung legte er 1967 den Grundstein der RUB-eigenen Sammlung. „Die Künstler und die Sammlung Vellinghausen verbindet jedoch nicht nur die Geschichte, sondern auch gemeinsame Freundschaft“, erklärt die Kunsthistorikerin Wappler. So ist eine Schenkung des Künstlers Thomas Grochowiak unterschrieben mit den Worten: „Als gelinder Trost – vielleicht – am 27. Juni 61.“ 

Die Skulptur „Fünf Dreiecksformen“ von Ernst Hermanns markiert einen geschickten Übergang in die ständige Sammlung der Moderne. Empfangen von Arbeiten Morellets und der Künstlergruppe ZERO finden sich die BesucherInnen hier in einem verlängerten Zeitstrahl wieder, dessen Wegsteine verschiedene Antworten liefern auf die Frage: Wie könnte Kunst nach 1945 sein? 

:Marcus Boxler

Zeit:Punkt

23. Juni 2017, 14 Uhr: Symposion in den Kunstsammlungen der RUB unter dem Titel »junger westen - revisited«