Nahverkehr im Pott
Die Lösung ist Nahverkehr
Symbolbild

Kommentar. Ein Ausbau der Buslinien macht nicht nur das Pendeln angenehmer, sondern auch das Wohnen.

Die Überfüllung der U35, besonders zu den Stoßzeiten, ist fast jedem*jeder Studierenden nur allzu schmerzlich bekannt. Natürlich ist es ein Fortschritt, dass nun die Linien 302 und 310 ausgebaut werden. Doch an dieser Stelle endet der Handlungsbedarf noch nicht. Beispielsweise müssen zusätzliche Buslinien eingerichtet werden, die vom Hauptbahnhof aus die Stationen der U35 befahren, wie im Stadtrat bereits seit Langem gefordert wird. Genauso wichtig ist jedoch, wesentliche Teile Bochums, die nicht entlang der Nord-Süd-Achse der U35 und dem Knotenpunkt des Hauptbahnhofs verlaufen, nicht mehr verkehrstechnisch abgehängt zu lassen. Zumindest mit dem Aufbau des Innovationszentrums Mark 51°7 kann nun mit einer besseren Verbindung zwischen Uni und den im Bochumer Osten gelegenen Stadtteilen Langendreer und Laer gerechnet werden. Diese Entwicklung entsteht jedoch nur aus der Notwendigkeit, weil die Entstehung eines weiteren zentralen Universitätsstandorts daran gebunden ist. Doch anstatt punktuell anhand der Entwicklungsstandorte zu denken, muss die Verkehrsanbindung innerhalb Bochums nachhaltig verbessert werden.

Lebenswerte Stadt

Denn die entsprechenden Stadtteile im Bochumer Osten und Westen sind durch die umständliche Verkehrslage gleichzeitig unattraktivere Wohnorte für Studierende. Wer jeden Morgen erst über den Hauptbahnhof fahren muss, anstatt per Direktverbindung zur Uni zu gelangen, um dann in der vollen U35 keinen Platz zu finden und zwischen Menschenmassen eingequetscht zu werden, versucht, sich einen Wohnplatz entweder hinter dem Hauptbahnhof oder der Ruhr-Universität zu verschaffen. Dementsprechend begehrt und preislich teurer sind diese Wohnungen, während beispielsweise in Weitmar und Linden Wohnungen über Monate leer stehen. Ein wichtiger Punkt für ein Bochum, das lebenswerter ist, sind daher direkte Busverbindungen aus diesen Stadtteilen zur Ruhr-Universität. Vielleicht findet man dann auch morgens um 8 noch
einen Sitzplatz.

:Stefan Moll

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