Musik für die Ohren
Die Grammys: ein Grundbedürfnis
Bild: gust
Ein Teil der Grammys verlief digital – trotzdem durften Live-Performances nicht fehlen.

Kommentar. Wie notwendig sind Award Shows während einer Pandemie? Anscheinend so wichtig, dass auch die Grammys 2021 zum 63. Mal stattfinden. 

Breaking News: es gibt ein Leben außerhalb der Pandemie! Ich weiß, es ist kaum zu glauben, aber alle paar Monate kommen Events auf uns zu, von denen man fast vergessen hat, dass sie existieren. Oscars, der Super Bowl und jetzt auch noch die Grammys! Einerseits freut man sich, dass wenigstens Dinge passieren, über die es sich lohnt zu tweeten und die einer:einem für zumindest ein paar wenige Stunden den Alltag verschönern. Andererseits die Frage, die einem seit knapp einem Jahr immer im Hinterkopf schwebt: dürfen die das, trotz der Pandemie? Gut, da die Amis sowieso in einem ganz anderen Universum leben, überrascht es nicht, dass Events wie der Super Bowl und die Grammys nicht ausfallen. Aber hey, Masken wurden trotzdem getragen! Wenn auch nicht immer und oft unter der Nase, sogar von unserem Liebling Harry Styles. Aber macht sie das nicht nahbarer? Ja, auch Promis tragen die Maske unter der Nase! 
Man will sich aber natürlich nicht nur beschweren, Deutschland ist natürlich nicht das Paradebeispiel, schließlich spielt hier auch noch die Bundesliga. Die Welt braucht die Grammys, das ist einfach so. Wie würde unser Leben bloß aussehen, ohne den roten Teppich und die extravaganten Outfits der Promis? Nichtsdestotrotz haben sich viele Promis gegen die Grammys ausgesprochen – mit Justin Bieber, The Weeknd und Zayn Malik auch ein paar große Namen. Und irgendwo haben sie auch recht: Was genau sind die Kriterien, die ein Album zum besten Album des Jahres macht? Viele Menschen vermuten, dass die Juror:innen weniger über die existentiellen Fragen der Musikindustrie philosophieren, sondern dass Geld und Bekanntschaften eine große Rolle spielen. Dass das nun auch bekanntere Musiker:innen ansprechen, geht nicht ganz am Grammy-Team vorbei. So meinte beispielsweise der CEO der Recording Academy „Arbeitet mit uns, nicht gegen uns, um eine Recording Academy aufzubauen, die jeder:m in der Industry nützt“. Der Weg ist lang, bis das erreicht ist. Schon vor der Pandemie war der Schrei nach Transparenz, Fairness und Diversität groß und der Kampf der Industrie wird weiter gehen. 

:Augustina Berger