Ruhrgebiet: Die SPD hat definitiv kein Abo mehr
Die Ergebnisse im Pott in Stichpunkten
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Nicht nur Bochum hat gewählt: Die KandidatInnen mit den meisten Stimmen in den Nachbarstädten findet Ihr auf dieser Übersichtskarte. Grafik: mar
Nicht nur Bochum hat gewählt: Die KandidatInnen mit den meisten Stimmen in den Nachbarstädten findet Ihr auf dieser Übersichtskarte.

Die BürgermeisterInnenwahlen im Ruhrgebiet hatten einige interessante Entwicklungen und Ergebnisse zu bieten. Hier sind ein paar Schlaglichter auf die kommunalpolitische Situation um Bochum herum.

• Die SPD verliert eine ihrer Hochburgen, nämlich Oberhausen. Seit 1956 hatte die Stadt einen „roten“ Oberbürgermeister. Gestern aber holte der CDU-Kandidat Daniel Schranz mit 52,5 Prozent die absolute Mehrheit. SPD-Kandidat Apostolos Tsalastras bekam nur 37,7 Prozent der Stimmen.

• Auch in Essen liegt die CDU vorne. Da Thomas Kufen (CDU) mit 42,6 Prozent aber nicht die absolute Mehrheit bekommen hat, kommt es zur Stichwahl zwischen ihm und dem Noch-SPD-OB Reinhard Paß, der 33 Prozent der Stimmen bekam.

• Südlich von Bochum wird künftig wohl parteilos regiert: In Hattingen holte der Einzelbewerber Dirk Glaser die absolute Mehrheit. In Witten trat die Oberbürgermeisterin Sonja Leidemann nach ihrem Ausschluss aus der SPD als parteilose Kandidatin an und setzte sich gegen den SPD/CDU-Kandidaten Frank Schweppe mit 44,3 Prozent gegen 36,3 Prozent durch. Damit gehen beide in die Stichwahl.

• Das schlechteste Ergebnis erzielte die CDU in Herne, wo sie nur 18,5 Prozent bekam und damit noch hinter dem gemeinsamen Kandidaten von Grünen, Linken, FDP, AL Herne und Piraten, Thomas Reinke (25,6 Prozent) landete. Frank Dudda (SPD) holte 55,9 Prozent. Die Beteiligung war hier äußerst gering: 29,9 Prozent – damit ging nicht einmal jedeR dritte HernerIn zur Wahl.

• Eine Stichwahl ohne CDU gibt es in Lünen: Rolf Möller (SPD, 37,01 Prozent) und Jürgen Kleine-Frauns (GFL, 33,07 Prozent) treten am 27. September gegeneinander an.

• In Unna trat nur ein Kandidat an: Werner Kolter von der SPD bekam 83,5 Prozent der Stimmen. Allerdings gingen auch nur knapp 12.800 der rund 50.000 wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger Unnas zur Wahl: Das ist nur ein Viertel.

:Marek Firlej

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