:Kommentar: Mehr Geld – aber reicht es aus?
Die BAföG-Erhöhung ist da

Wer dieses Semester mit dem Bachelorstudium angefangen hat, wird noch davon profitieren können; für alle anderen Bachelor-Studierenden ist es dafür zu spät. Denn: wer auf BAföG angewiesen ist, kann sich den „Luxus“, über die Regelstudienzeit hinaus zu studieren, nicht leisten. Vor allem, wer noch den Master dranhängt, kommt je nach Studienfortschritt doch noch in den „Genuss“ der aktuellen Erhöhung. Die Rede ist vom um sieben Prozent erhöhten BAföG-Bedarfssatz, der ab dem Wintersemester 2016/17 in Kraft tritt. Der Höchstsatz für Studierende, die nicht bei den Eltern wohnen, steigt damit inklusive einem erhöhten Wohnzuschlag von 670 auf 735 Euro. Gleichzeitig werden die Eltern entlastet: Die Einkommensfreibeträge werden auch um sieben Prozent erhöht, sodass über 110.000 Studierende mehr BAföG erhalten können.

„Warum erst in zwei Jahren?“, werden sich nun viele Studierende fragen. Und das ist berechtigt: Zwei Generationen von Bachelor-Studierenden werden nie eine Erhöhung erhalten haben, so die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Die letzte Erhöhung von 2010 wird bei Umsetzung der neuen Reform bereits sechs Jahre zurückliegen. Die Mietkosten mit 250 statt  224 Euro monatlich zu bestreiten, ist zudem immer noch knapp bemessen. „Eine Erhöhung um 26 Euro deckt vielerorts nicht ansatzweise den Bedarf“, so Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks. Zudem stellt sich die Frage, wie lange es bis zur nächsten Reform dauern wird. Soll dieser Betrag weitere sechs Jahre lang ausreichen?

Wer BAföG erhält, ist lange Wartezeiten bereits gewohnt. Einige Monate kann es dauern bis Anträge durch sind – bei denen für das Auslands-BAföG sogar bis zu einem halben Jahr. Und dann müssen einige BAföG-AntragstellerInnen lernen, das Unmögliche möglich zu machen: Wer keine Ersparnisse hat oder das Glück, sich Geld leihen zu können, steht mit leeren Händen da , bis der Antrag durch ist. Glücklicherweise dürfen Studierende nun mehr verdienen und sparen. Na dann kann für bürokratiebedingte Dürrezeiten ja vorgesorgt werden.