New Horizons: Jenseits des Pluto und seiner Monde
Der Weltraum, unendliche Weiten
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Fast am Rande des Sonnensystems: Am 14. Juli 2015 passierte  New Horizons den Pluto und setzte die Reise in Richtung des Kuiper-Gürtels fort – diesen soll die Sonde zwischen 2018 und 2019 erreichen. Grafik: ck
Fast am Rande des Sonnensystems: Am 14. Juli 2015 passierte New Horizons den Pluto und setzte die Reise in Richtung des Kuiper-Gürtels fort – diesen soll die Sonde zwischen 2018 und 2019 erreichen.

Wir schreiben das Jahr 2015. Dies sind die Abenteuer der Sonde New Horizons, die im Rahmen des New-Frontiers-Programmes seit mehr als 3.400 Tagen unterwegs ist, um den Zwergplaneten Pluto und seine Monde zu erforschen. Über fünf Milliarden Kilometer von der Erde entfernt dringt die Sonde in die entlegensten Winkel unseres Sonnensystems vor – Orte, wo noch nie ein Mensch gewesen ist.

Das gilt auch nach wie vor. Aber immerhin gibt es nun hochauflösende Bilder. Bereits 2004 sollte eine Sonde im Rahmen der Pluto-Kuiper-Express-Mission zu dem weit entfernten Planeten aufbrechen, um diesen und seine Trabanten zu erforschen. Finanzierungsschwierigkeiten und explosionsartig steigende Kosten sorgten jedoch im Jahr 2000 dafür, dass die NASA die Vorbereitungen für die Mission einstellte. Wenig später, Ende 2001, entschied man sich dann doch, eine Sonde zum Pluto zu schicken. Das zuvor eingestampfte Projekt wurde im Rahmen des neu geschaffenen New-Frontier-Programmes wiederbelebt, und trug fortan den Namen New Horizons.  Trotz dieser Entwicklung schwebte weiterhin der Rotstift der NASA über dem ambitionierten Weltraumprojekt. Dies änderte sich, als WissenschaftlerInnen der Johns Hopkins University 2002 neue Pläne vorstellten, mittels derer sich die Flugdauer zum äußersten Planeten des Sonnensystems um ein Jahr verkürzen und damit auch die Kosten reduzieren ließen.

An Bord einer Atlas-Trägerrakete verließ dann am 19. Januar 2006 die 478 kg schwere Sonde, die etwa die Größe eines Konzertflügels aufweist, die Erde Richtung Jupiter. Diesen passierte sie im Februar 2007 in 2,3 Millionen Kilometern Entfernung. Durch den Vorbeiflug konnte die Sonde noch einmal Schwung für die vor ihr liegende Reise zum Pluto nehmen, den sie schließlich am 14. Juli 2015 erreichte. Auf ihrer Reise durch das Sonnensystem kreuzte New Horizons neben der Umlaufbahn des Saturn auch die von Uranus und Neptun.

WissenschaftlerInnen auf der ganzen Welt sind begeistert von den zahlreichen Messdaten und hochauflösenden Bildern, die die kleine Sonde bereits übermitteln konnte. Bis alle Daten die Erde erreicht haben, wird jedoch noch einige Zeit ins Land gehen. Aufgrund der hohen Distanz wird es rund 16 Monate dauern, bis New Horizons ihre Übermittlung beendet hat. Nach ihrem Vorbeiflug am Pluto und seinen Monden wird die Sonde ihre Reise in Richtung des Kuiper-Gürtels fortsetzen. Dieser Ring umgibt das Sonnensystem und besteht aus einer unbestimmten Ansammlung verschiedener Objekte – darunter Miniplaneten und tiefgefrorene Felsbrocken.

:Christian Kriegel

Infobox

Mit einem Durchmesser von ungefähr 2.300 Kilometern hat der äußerste (Ex-)Planet unseres Sonnensystems nur etwa ein Drittel der Größe unseres Mondes. Nach seiner Entdeckung im Jahre 1930 durch den US-Astronomen Clyde William Tombaugh durfte sich Pluto noch als der neunte Planet unseres Sonnensystems rühmen. 2006 legte die Internationale Astronomische Union (IAU) eine Mindestgröße für Planeten fest und stufte Pluto herunter in die neu eingeführte Kategorie der Zwergplaneten. Offiziell ist er nun unter der Kleinplanetennummer „(134340) Pluto“ registriert.

Der planetgewordene Gott der Unterwelt folgt einer elliptischen Bahn und wird seinerseits von fünf Monden umkreist, deren Benennung passenderweise allesamt der griechischen Mythologie entstammt: Charon, Nix, Hydra, Kerberos und Styx. Gemeinsam benötigen sie für eine Sonnenumrundung knapp 250 Jahre.

Zur Gruppe der Zwergplaneten gehören auch Ceres, Haumea, Makemake und Eris. Außerdem trifft die IAU-Definition für Zwergplaneten möglicherweise auf einige hundert weitere Objekte in unserem Sonnensystem zu, die allerdings aufgrund fehlender Daten noch nicht entsprechend anerkannt sind.

:mb