In die Overtime mit Jordan
Der letzte Tanz eines Großen
Bild:bena
Die Geschichte einer Legende wird nahbar gemacht: The Last Dance auf Netflix.
Die Geschichte einer Legende wird nahbar gemacht: The Last Dance auf Netflix.

Legacy. Man muss kein Basketballfan sein, um zu wissen, wer Michael Jordan ist. Doch lasst es Euch gesagt sein: Er war einer der besten und vollständigsten Basketballspieler, die mehr als eine Ära geprägt haben. Auf Netflix gibt es nun über ihn und die Chicago Bulls eine beeindruckende Dokumentation, die nicht nur die besten Seiten des Idols zeigt.

Es ist der 19. Juni 1984 in New York. Der 37. Draft, das Ereignis, bei dem die Profiteams der NBA die Rechte an den talentiertesten Nachwuchsspielern erwerben und  dadurch in die Riege der Stars aufsteigen können. An diesem Tag entscheiden sich die Chicago Bulls für einen jungen Mann, der in seinem Collegeteam in North Carolina schon als der kommende Superstar galt – Michael Jordan. Grundsätzlich scheint die „Class of 84“ einer der, wenn nicht der Stärkste, Rookie-Jahrgang in der Geschichte der NBA zu sein. Denn neben Michael Jordan waren mit Charles Barkley, Alvin Robertson und Otis Thorpe unter anderem einige bekannte Namen der Baskteballszene dabei. So startete die Karriere einer Figur, die ein Team und eine Sportart prägte. Auch wenn er im ersten Jahr als namenloser „Frischling“ galt. 

Ob die Chicago Bulls zu dem Franchise und der Marke geworden wären, die sie heutzutage sind, ohne „His Airness“ steht in den Sternen. Was dennoch klar ist: Michael Jordan und das Team um Coach Phil Jackson kreierten ein Image für das Franchise, das bis heute noch Strahlkraft auf die Fans der Sportart und des Teams hat.
In zehn Folgen wird veranschaulicht, was so einzigartig an der Dynastie der Bulls war. Um Steve Kerr, ehemaligen Mitspieler und heutigen Trainer der Golden State Wanderers, zu zitieren „Wir haben Michael.“ Jedoch wird nicht nur der Aufstieg zum Superstar, zur Werbeikone und zu einem der einflussreichsten Afro-Amerikanern der neunziger Jahre gezeigt, sondern auch der Aufstieg seiner Mitspieler. Denn ohne sie und Coach Phil Jackson hätte der Mythos, an dem viele Teilhaben wollten, nicht geschaffen werden können. Und genau das macht das Narrativ zu einem besonderen Ereignis. Die Hauptprotagonisten sind das Team um ihn herum, denn auch der beste Spieler der Welt benötigt grandiose Nebenleute. Genau dies bestätigt auch Jordan, „Whenever they speak Michael Jordan, they should speak Scottie Pippen. When everybody says, well I won all these championships. But I didn’t win without Scottie Pippen.“ So bekommen sein „Bestman” auf dem Court Scottie Pippen sowie „Enfant terrible“ und Reboundking Dennis Rodman besondere Aufmerksamkeit und wirken als wichtige Protagonisten seiner Geschichte. 

Die Dokumentation ist nicht nur für „Basketballheads“ geeignet, sie zeigt authentisch und unverblümt wie das „Dreamteam“ der neunziger Jahre kreiert wurde und was es zu einem Besonderen machte. Wer eine Glorifizierung Jordans sehen möchte, findet diese nur zum Teil. Auch wenn seine Leistung gewürdigt wird, werden auch Momente gezeigt, in denen er sich nicht von seiner Charming-Seite präsentiert. Die Aufarbeitung der rund 500 Stunden Videmoaterial von ESPN wurden zu einer spannenden Reihe gemacht und lässt einen den Spirit der „Golden Bulls Era“ spüren. Von der Highschool bis zu (Achtung Spoiler!) seinen sechs Titeln, wird die Geschichte des Michael Jordans von Anfang an bis zum Ende erzählt und zementiert seinen Legendenstatus im Basketball. Ob er „the Greatest of all time“ ist? Darüber streiten sich die Fanlager von „Team LeBron“ und „Team Jordan“ seit Jahren...

Aber was man sagen kann ist, dass er den Sport mehr als gespielt hat.

 

:Abena Appiah