Ausstellung „… mit ihren Pferden und Kötern“ von Jochem Ahmann
Der „ahmannsche Eulenspiegel“
Bild: mag
Ahmann greift in seiner Kunst aktuelle Themen auf: Hier die Kriegssituation und die Geflüchtetenkrise. Bild: mag
Ahmann greift in seiner Kunst aktuelle Themen auf: Hier die Kriegssituation und die Geflüchtetenkrise.

Ausstellung. Der Kunstverein Bochumer Kulturrat zeigt vom 6. Januar bis zum 12. Februar seine erste Ausstellung im neuen Jahr. Mit dem Titel „… mit ihren Pferden und Kötern“ zeigt der Künstler Jochem Ahmann aktuelle Themen auf ironische Art und Weise.

Anders als der Titel vermuten lässt, geht es in der Ausstellung des Künstlers Jochem Ahmann, „… mit ihren Pferden und Kötern“, nicht um Hunde und Pferde, sondern um aktuelle politische und gesellschaftliche Themen, die er auf eine satirische Art und Weise behandelt. Der Titel spielt auf eine Aussage von Recep Tayyip Erdoğan an. Er nutzte ein Ereignis in den Niederlanden, bei dem ein Polizeihund einen AKP-Demonstranten gebissen hat, um Angela Merkel zu attackieren und sagte: „Sie greifen uns mit ihren Hunden und Pferden an, und DU greifst uns auch mit Hunden und Pferden an.“ Die Ausstellung umfasst Bilder, Objekte und Installationen.

Der alltägliche Wahnsinn

In Bezug auf die Kunst sagt Ahmann: „Wir erschaffen was. Das ist Kunst.“ Jochem Ahmann vermischt seine Disziplin mit Kunst- und Gesellschaftssatire und nimmt sich dabei nicht immer ernst. Der Künstler benutzt den Titel der Ausstellung programmatisch, um den „alltäglichen Schwachsinn“ vor allem in der Politik zu zeigen. Er möchte mit dem Titel politische Emotionen schnüren. „Solche Absurditäten wiegelt Jochem Ahmann auf indem er den alltäglichen Wahnsinn herbeischafft“, erklärt der Kurator Carsten Roth. Die Ausstellung sei ein „Tagebuch der Fassungslosigkeit und Galerie des Schreckens.“ Die Kunstwerke seien ironische Zuspitzungen und sie zeigen den „typisch ahmannischen Eulenspiegel in Wort und Bild.“ Denn Ahmann lässt sich gerne mit Eulenspiegel vergleichen. Und das auf vielfache Art und Weise. So hält auch er, wie Eulenspiegel, der Gesellschaft einen Spiegel vors Gesicht, um die Missstände und Fehler aufzuzeigen.

Vielfältige Themen

Die Ausstellungsräume eignen sich besonders gut, um die Kunst Ahmanns zu erleben. Indem es verwinkelte Räume unterhalb der Erdoberfläche gibt, hat der/die BetrachterIn das Gefühl, dass ihn/sie in jedem Raum etwas Neues erwartet, was es zu entdecken gilt. Diese Vielfalt bringt auch Ahmanns Arbeitsweise hervor. Oftmals entstehen seine Arbeiten aus einem kalkulierten Zufall heraus. Dafür nimmt er auch Ungenauigkeiten in Kauf.
Eine der Räumlichkeiten umfasst Bilder mit dem Titel „Kleine Weltenkunde“. In dieser 75-teiligen Serie verwendet er Ausmalbilder aus den 50er und 60er Jahren. Diese Ausmalbilder enthalten Sprüche, „die Kinder verdammen“ wie zum Beispiel „Dem Wellensittich ist die Stoffgiraffe ziemlich egal“. Mit diesen Bildern geht er anders um, als sie vorgeben. Er übermalt bewusst die vorgegebenen Linien und verändert immer wieder das Bild.
In einem anderen Raum hängen 19 Bilder mit dem übergeordneten Titel „Der tägliche Wahnsinn“. Auf diesen Bildern sind aktuelle PolitikerInnen wie Donald Trump, Angela Merkel oder Kim Jong-un zu sehen. Die Bilder enthalten auch Karikaturen sowie Slogans und Sprüche. Es entstehen so ironische Kommentare zu aktuellen politischen Themen.
Der Eintritt zu der Ausstellung ist frei. Sie hat dienstags von 15-18 Uhr und donnerstags von 18-20 Uhr sowie nach Vereinbarung geöffnet. Nähere Informationen gibt es auf der Internetseite: www.kulturrat-bochum.de

:Maike Grabow

 
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