Darknet
Das Internet der Zukunft
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Grüne Ziffern auf schwarzem Bildschirm: Für viele sieht hacken so aus. Das stimmt jedoch nicht. 	              Bild:kiki
Grüne Ziffern auf schwarzem Bildschirm: Für viele sieht hacken so aus. Das stimmt jedoch nicht.

Web 2.0. Das versteckte Internet gewinnt immer mehr an Popularität. Schon jetzt treiben sich auch größere Firmen in den „hidden parts of the internet“ rum. 

Die Meisten kennen das Darknet wahrscheinlich nur aus zwei Szenarien. Das Erste wäre der viel mystifizierte Drogenerwerb im dunklen Netz, wo die Hacker-Elite dieser Welt ihr Zeug herbekommt, a la „Mr. Robot“. Das Zweite wäre das nicht wirklich greifbare Thema, das immer mit grünen Binärcodes durch Medien dargestellte Bilder, wenn mal wieder ein Brennpunkt zum Thema Schattenseiten des Internets kommt. Tatsächlich ist es relativ einfach ins Darknet zu kommen und meistens beschränkt sich das Ganze nur auf ein paar Internetseiten, die nicht auf einem einzigen Server gehostet werden, sondern sich auf mehrere Server im Tornetzwerk verteilen und somit anonym bleiben. Damit sind sie nicht auf einzelne   Nutzer*innen und Betreiber*innen  zurückzuführen. 

Heutzutage versammeln sich im Darknet verschiedene Formen politischer Strömungen, die für viele Arten von Protesten essentiell sind. In Ländern, in denen Literatur zensiert wird und Bildung kein allgemeines Gut ist, lässt sich durch verschiedene Seiten, wie zum Beispiel die „Tor Library“, Zugang zu Bildung finden, die sonst verborgen bleiben würde. Auch die Enthüllungsplattform Wikileaks benutzt Torverschlüsselung, um auf Themen aufmerksam zu machen, die sonst keine Plattform haben, um thematisch behandelt zu werden. Mittlerweile lassen sich auch Unternehmen wie Facebook und die New York Times im Tornetzwerk finden. Alles ein Zeichen dafür, dass das Darknet immer mehr in den Mainstream rückt.

Mit einer Generation, die das Internet immer mehr als etwas versteht, das greifbar ist und in der Datenschutz ein immer größeres Thema wird, wird es wahrscheinlich, dass auch immer mehr Unternehmen das Tornetzwerk als eine Möglichkeit verstehen den Handel mit persönlichen Daten kritischer zu beäugeln. Natürlich finden sich im Darknet auch alle möglichen Dinge, die viele Personen sehr abschreckend finden – man denke an alle verbotenen Formen der Pornographie, Austausch rechtsextremer Gruppierungen und so weiter. Entscheidend bleibt aber, dass diese Möglichkeiten so oder so bestehen bleiben, solange das Tor-Netzwerk bestehen bleibt. Fest steht auch, dass durch ein immer größeres Wachstum an Nutzer*innen im Darknet automatisch auch eine größer werdende Vielfalt an Themen abgedeckt werden kann. Das Prinzip von Tor ist Open Source, also für jeden zugänglich, und lässt somit auch ein Internet formen, das frei von Einzelinteressen und für seine Konsument*innen ist, anstatt diese als ein Produkt wahrzunehmen.

Wenn sich zurzeit nur die Leute im Tor Netzwerk aufhalten,  die das tun, um ansonsten illegale Dinge zumachen, wird das Darknet auch nur mit illegalen Dingen voll sein. Versteht man das Darknet aber als etwas, das von tatsächlichem Nutzen ist, wird sich mit Sicherheit auch die Vielfalt an den Dingen ändern, auf die man im Netzwerk Zugriff hat. Dass man dazu kein Hacker sein muss, ist dabei das i-Tüpfelchen. 

Als Konsument*in muss man sich heutzutage die Frage stellen, wie mit persönlichen Daten umgegangen wird. Das Tor-Netzwerk bietet dabei die Möglichkeit, frei von personalisierter Werbung und „Popup-Ads“ das Internet zu nutzen. Ein Internet, das weder gut noch böse ist, sondern seine Konsument*innen in der Verantwortung hält, zu wissen, was diese machen. 

  :Gerit Höller