Hup, Hup!
Das große Comeback
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Man dachte, sie wären die Dinosaurier der Television: Jurassic Car-Cinema. Mit Parken! Bild: fufu
Man dachte, sie wären die Dinosaurier der Television: Jurassic Car-Cinema. Mit Parken!

Kultur. Corona machts möglich: Während an Freizeit-Aktivitäten nicht mehr viel geht, wenden sich immer mehr Menschen an ein fast ausgestorbenes Medium. Das Autokino!

Wenn die Lage gerade anders wäre, wäre dieser Artikel über ein Schauspiel mit dem Namen „Herbert“ von Herbert Fritsch und über Herbert Grönemeyer, dass im Schauspielhaus Bochum Premiere gefeiert hätte. Es hätte sich natürlich ganz Bochum-typisch um Herbert Grönemeyers Musik, aber auch um seine Person gedreht. Allerdings wäre der Artikel, dann auch schon vor ein paar Wochen erschienen, weil Euer Semester dann früher angefangen hätte. Jetzt können wir aber nur darauf hinweisen, dass unsere Kulturstätten hoffentlich bald wieder gut erholt zurückkommen, hätten dann erwähnt, dass Ihr bald wieder mit der Studierendenflatrate kostenfrei ins Schauspielhaus Bochum könnt und überlegen derweil, was man in der Zwischenzeit unternehmen kann. Also hätte, hätte Fahrradkette, nur eben manchmal mit einem anderen Gefährt, denn da bekommt eine Form der Unterhaltung ein kleines Revival, die trotz Kontaktsperre und Mindestabstand noch möglich ist. Filme gucken, auf der großen Leinwand, vom Auto aus. Das Autokino erfreut sich gerade immer größerer Beliebtheit.

Düsseldorf, Köln, Essen, Münster, Kleve und auch ganz in Uni-Nähe in Herne am Gysenberg. In Oberhausen gibt es sogar jetzt ein Drive-In-Theater. Aber dies sind nur ein paar der Städte, in denen die Autokinos gerade wieder große Erfolge feiern. Die meisten Vorstellungen sind ausverkauft und das obwohl sich an den Spielabenden große Staus vor den Parkschauplätzen bilden. Das Programm erfreut sich großer Vielfalt, genauso wie das Publikum. Über die Osterfeiertage wurde im Düsseldorfer Autokino sogar ein Ostergottesdienst übertragen, inklusive Hupkonzert für den empfangenen Segen. Denn alle sind hungrig darauf, etwas zu unternehmen. Die Regeln während der Corona-Krise sind jedoch etwas verschärft: Maximal zwei Personen pro Auto plus die eigenen Kinder bis zu 14-Jahren, Snacks werden gerade nicht verkauft und Karten müssen online erworben werden. Außerdem, so wie es immer sein sollte, Handys weg beim Film (ist natürlich nicht Pflicht, aber pssst!) Und wenn es ein Horrorfilm oder was romantisches ist: Kuscheln. Natürlich nur wenn es Euer Special-Quarantäne-Buddy*Buddiette ist, Ihr wisst schon.

Das Autokino in Herne am Gysenberg hat seit dem 10. April seine Pforten geöffnet. Ins Leben gerufen wurde es ganz frisch auf einem Parkplatz von dem städtischen Veranstaltungsservice, sowie von „Joe Studios“. Das Kino befindet sich am Revierpark 20, in 44628 Herne. Täglich laufen dort zwei Filme, in der Regel um 16:30 Uhr eher Familienkinofilme wie innerhalb der vergangenen Spielwochen: Die Eiskönigin 2, oder auch Der König Der Löwen und Aladdin als Live-Action-Variante. Um 19:30 beginnen dann häufiger mal die Filme, bei denen die kleinen Racker zuhause bleiben müssen, wie bei Parasite (sehr zu empfehlen), Joker (natürlich auch), Toy Story 4 (ich weiß ja nicht) und beispielsweise am 23. März, wie Ruhrgebiet könnte etwas sein: Bang Boom Bang. Der Bochum-/Pottklassiker en perfectto, mit dem besten Ralf Richter. Totaler Kult und Bochum-Experience schlechthin, wenn auch in Herne. Nehmt Currywurst mit! Der Eintritt kostet in Herne 16,50 Euro, das zählt allerdings für das Auto inklusive zwei Personen, plus der im Haushalt lebenden Kinder. Gebt Euch einfach nicht als Clownsfamilie aus!

:Christian Feras Kaddoura

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