Kommentar: Wem die Mensa zu teuer ist, soll sich FreundInnen suchen!
Das gerechte Gericht

Seit der drastischen Preiserhöhung in den Mensen und Cafeten des Akafö ist nunmehr ein Monat vergangen. Nur ein Bruchteil der Studierenden hat bisher am eigenen Geldbeutel erfahren, was diese „Preisanpassung“ bedeutet. Entsprechend schlecht wird die Stimmung an den Kassen zum Beginn der Vorlesungszeit werden – dann sind ja noch alle frisch motiviert und fünf Tage die Woche an der Uni und entsprechend oft in der Mensa. Da hätte man lieber den Sozialbeitrag erhöhen können!

Nicht nur :bsz-Redakteur Ulrich Schröder hat gefordert (s. :bsz 1014), die gestiegenen Betriebs- und Lebensmittelkosten auf den Sozialbeitrag umzulegen, statt die Preise für einzelne Speisen zu erhöhen. Doch gehen wirklich alle so oft in die Mensa?

Das Soli-Prinzip solle wie beim Semesterticket greifen: Wenn alle zahlen, hat der Betrieb – der VRR oder eben das Akafö – einen Festbetrag, mit dem er besser kalkulieren und günstige Angebote machen kann. Im Prinzip heißt das: Alle zahlen für die Mensa, auch wenn sie nie dort essen, damit sich auch die ärmeren Studierenden eine Mahlzeit auf dem Campus leisten können. Letztlich finden wir dieses Prinzip auch im Großen: Alle BürgerInnen zahlen Steuern, damit Raumfahrtprogramme finanziert werden können. Da müssen alle mitmachen, auch wenn sie den Mars nur von der Supermarktkasse kennen.

Akafö-Sprecher Peter van Dyk sagte der „WAZ“, dass eine Anhebung des Sozialbeitrags zwischen 10 und 20 Euro gelegen hätte. Wäre das wirklich sozialer gewesen? Wenn ein Komponentenessen mit drei Beilagen einen Euro mehr kostet als bisher, müsste ich 10 bis 20 Mal in die Mensa gehen, um auf den Mehrbetrag zu kommen, also ein bis zwei Mal die Woche in der Vorlesungszeit. Pardon, müssten alle so oft in die Mensa? Und drei Beilagen nehmen – dabei reichen sogar mir Vielfraß nicht selten nur zwei.

Leider gibt es keine genauen Zahlen, wer wie oft was in der Mensa isst. Erst mit solchen Daten könnte man sich ein endgültiges Urteil darüber bilden, welche Finanzierungsmethode die gerechtere ist.

Bei dieser ganzen Diskussion scheint angenommen zu werden, dass die Mensa das einzige Mittel ist, Studierende vor dem Hungertod zu bewahren. Mir scheint, dass viele einfach vergessen – oder nie gelernt – haben, wie man Geld sparen kann. Was ist aus dem guten alten Butterbrot geworden? Eine selbstgemachte Nudelpfanne ist immer noch billiger als ein Henkelmann. Noch günstiger, dabei noch kurzweiliger und geselliger ist es, gemeinsam mit KomillitonInnen und FreundInnen zu kochen. Ein Hoch auf studentische Tugenden – dann wird das Akafö schon sehen, ob sich die Preiserhöhung gelohnt hat!

:Marek Firlej
 

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