3D-Druck für Alle
Das eigene Design dreidimensional drucken
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Informieren mit Freude: Niels Boeing (r.) und Alexander Friedrich (l.), hier vor dem 3D-Drucker Modell Ultimaker². Foto: gin
Informieren mit Freude: Niels Boeing (r.) und Alexander Friedrich (l.), hier vor dem 3D-Drucker Modell Ultimaker².

Workshop. Letzten Freitag konnten sich alle Interessierten während des 3D-Druck-Workshops im „LutherLab“ mal am selbst Drucker ausprobieren.

Der 3D-Druck-Workshop war ein von Niels Boeing, Journalist, Autor und Miterbauer des „Fab Lab Fabulous St. Pauli“, mit Unterstützung von Alexander Friedrich geleiteter Workshop. Dieser fand als Beitrag des Bahnhof Langendreer zum fünfwöchigen Mitmach-Festival „LutherLab – Langendreer selbermachen!“ statt. Teilnehmende wurde nicht nur über 3D-Druck in seinen industriellen und privaten Verwendungszwecken und -möglichkeiten informiert, sondern es war auch möglich ein eigenes 3D-Design zu erstellen und drucken. 

Was ist 3D-Druck?

„Am Anfang hieß das nicht 3D-Druck, sondern Rapid Prototyping, Mitte der 80er. Also schneller Prototypenbau,“ bemerkt Niels Boeing zu Beginn des Workshops. Denn „im Fachjargon industriell heißt das immer additive Fertigung, da sagt dann keiner 3D-Printing“. 3D-Druck umfasst als Sammelbegriff nämlich verschiedene Verfahren zur Herstellung von Musterbauteilen. Doch alle benötigen eine Vorlage in Form einer der gängigen Dateitypen, wie zum Beispiel STL (StereoLithography), mit der dann der Drucker gefüttert wird. Die hierfür benötigte CAD- (computer-aided design) Software ist für „jede Schwierigkeitsstufe und jeden Geldbeutel erhältlich.“ Doch „gibt es auch in jeder Schwierigkeitsstufe freie Software, die nichts kostet. Die einfachste Einsteigervariante ist das Programm tinkercad.com und das wird auch gar nicht installiert, sondern läuft über den Browser.“ Hierzu werde allerdings ein aktueller Browser benötigt, erklärt Boeing.

Auch tragen alle bekannten Verfahren dünne Schichten auf, die einzeln ausgehärtet werden. Das wohl gebräuchliste und auch schon für den privaten Gebrauch verfügbare, ist das FDM (Fused Deposition Modeling), bei dem geschmolzener ABS-Kunststoff, auch Filament genannt, aus einer Düse gedrückt wird und die gewünschte Form auf einer herabfahrende Platte „zeichnet“. 

Doch es gibt viele weitere Verfahren, wie beispielsweise die Stereolithographie, bei der Schichten von Epoxidharz auf einer Hebebühne, die sich nach jeder Schicht absengt, mittels eines UV-Lasers punktuell belichtet und ausgehärtet wird, oder dem Lasersintern, bei dem das gleiche Prinzip, nur mittels Kunststoff und Metallpulver, Verwendung findet.

:Gianluca Cultraro