Archäologische Funde beim Bau der neuen Vonovia-Zentrale
Bronzezeit-Scherben bringen Glück
Foto: LWL/ABS Gesellschaft für Archäologische Baugrund-Sanierung mbH
Durchs Erdreich gewühlt: ArchäologInnen auf der Suche nach weiteren Überresten der Bronzezeit. Foto: LWL/ABS Gesellschaft für Archäologische Baugrund-Sanierung mbH
Durchs Erdreich gewühlt: ArchäologInnen auf der Suche nach weiteren Überresten der Bronzezeit.

Archäologische Ausgrabungen begleiten aktuell den Bau der neuen Vonovia Unternehmenszentrale in Bochum an der Wasserstraße. Die gefundenen Scherben, Pfosten und Lagergruben lassen sich dem Übergang von der Bronzezeit zur vorrömischen Eisenzeit zuordnen. Ein für die Region eher seltener Fund.

Auf etwa 30.000 Quadratmetern Baufläche will die Bochumer Wohnungsbaugesellschaft Vonovia ihre neue Hauptzentrale errichten und mit rund 6.900 MitarbeiterInnen circa 340.000 Wohnungen verwalten. Doch nun sorgen die gefundenen Überbleibsel von etwa 800 bis 1.200 v. Chr. für eine unerwartete Situation

Die alten Pfosten von Häusern, Gruben und Utensilien zur Lagerung von Saatgut und Scherben von Keramiktöpfen werden derzeit von ArchäologInnen des Landschaftsverbandes Ostwestfalen-Lippe (LWL) in Zusammenarbeit mit der Fachfirma Archäologische Baugrund-Sanierung (ABS) ausgegraben, vermessen, dokumentiert und digital erfasst.

Mithilfe der gefundenen Relikte lässt sich dann nachvollziehen, „wie die Siedlung hier zur damaligen Zeit ausgesehen hat, wie die Menschen hier auch miteinander lebten, wie sie ihren Alltag organisierten“, erklärt Katja Burgemeister vom LWL. Die arbeiten werden – maßgeblich abhängig vom Wetter – wahrscheinlich bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.

Wie geplant fortgesetzt

Vonovia rechnet nicht mit einer Verzögerung im Bauvorhaben, denn trotz der laufenden Ausgrabung können die Baumaßnahmen fortgesetzt werden. „Wir gehen davon aus, dass wir wie geplant 2018 in unsere neue Zentrale einziehen können“, sagt Nina Henckel, Pressesprecherin von Vonovia. Die Kosten für den Neubau beliefen sich auf einen zweistelligen Millionenbetrag, sagt Henckel über das Bauprojekt als solches. Über die Mehrkosten durch die Ausgrabung könne sie aber noch keine seriösen Auskünfte geben. Die Kosten, die durch den Fund entstehen müssen nach denkmalrechtlichen Vorschriften vollständig vom Bauherrn, also von Vonovia übernommen werden. Dies tut das Unternehmen selbstverständlich und leistet damit auch „einen gesamtgesellschaftlichen Beitrag zur Bewahrung unserer Kulturgüter“, so Henckel.

:Kendra Smielowski