Absatz von Zigaretten im dritten Quartal rückläufig
Blutspucken gegen Tabakkonsum
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Frau verschluckt sich an Marmeladenbrot: Hört man deshalb auf mit dem Rauchen? Foto: tom
Frau verschluckt sich an Marmeladenbrot: Hört man deshalb auf mit dem Rauchen?

Im Zuge des Inkrafttretens der EU-Tabakrichtlinie am 20. Mai diesen Jahres sind im dritten Quartal 2016 rückläufige Versteuerungszahlen in Bezug auf Tabakwaren zu verzeichnen. Davon wurden nämlich 10,9 Prozent weniger im Vergleich zum Vorjahr versteuert – dies gab das Statistische Bundesamt (Destatis) am 18. Oktober bekannt. Aber wie hängen die Zahlen mit der Richtlinie zusammen?

Vermutlich ist der Grund für die rückläufigen Zahlen nur indirekt in den neu eingeführten „Schockbildern“ zu finden. Vor Eintreten der Regelung haben nämlich viele Tabakproduzierende noch zu alten Konditionen hergestellt, da Verpackungen ohne besagte Bilder noch ein Jahr lang abverkauft werden dürfen. Auch Katharina Friedrichs vom Lehrstuhl für Wirtschaftspsychologie an der RUB meint, hier nicht pauschal antworten zu können. Ihrer Meinung nach sei es notwendig, den endgültigen Abverkauf im Mai 2017 abzuwarten, „um tatsächlich von einer rückläufigen Entwicklung sprechen zu können.“

Wie Bilder wirken

Bilder im Zusammenhang mit Text seien, so Friedrichs, aus werbepsychologischer Sicht, „und hier geht es ja im Endeffekt um Anti-Werbung“, sinnvoll, da sie emotionalisieren und Textinformationen glaubwürdiger machen.

Die kontroversen „Schockbilder“ gelten gemeinhin und auch in der Wissenschaft als umstritten. „Einige Studien zeigen, dass Schockbilder keine Wirkung haben, das Rauchen aufzugeben. Andere Studien sehen Erfolge in dieser Maßnahme.“ Laut Friedrichs seien vor allem NichtraucherInnen und Jugendliche durch die Bilder darin bestärkt, gar nicht erst mit dem Rauchen anzufangen.

„Letztlich ist die Verwendung von Schockbildern nur ein Einflussfaktor, der eine Verhaltensänderung bedingt“. Zu beachten seien wissenschaftlich vor allem Ergebnis- als auch Selbstwirksamkeit, also zum einen die persönliche Überzeugung, einem empfohlenen Verhalten nachkommen zu können. Zum anderen auch die Überzeugung, durch einen Rauchstopp beispielsweise Lungenkrebs vorzubeugen. Friedrichs hält die Einführung der Bilder deswegen für einen richtigen und wichtigen Schritt.          

:Tobias Möller