Ein Gewinn für jüdische Familien
Bilder mit Vita
Bild: bena
Symbolbild

Raubkunst. Der Fund von fast 1.500 Kunstwerken des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt 2013 beinhaltete Raubkunst aus der NS-Zeit. Jetzt wurden alle Werke wieder an die eigentlichen Besitzer:innen zurückgegeben.  

Fast zehn Jahre ist die Sensation her: Der Fund von 1.500 Kunstwerken in der Wohnung des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt – darunter auch 14 Kunstwerke, die als NS-Raubkunst klassifiziert wurde. Die Geschichte begann 2010, als Gurlitt bei einer Zugfahrt über die Schweizer Grenze kontrolliert wurde. Nachdem er leugnete, Bargeld bei sich zu haben, fanden die Beamten 9.000 Euro in bar bei ihm. Daraufhin durchsuchten die Beamten seine Wohnung und fanden Werke von Künstler:innen wie Monet, Picasso, Liebermann, Beckmann und Matisse. 
Cornelius Gurlitt war Kunstsammler und -händler. Ein Großteil seines Besitzes stammte aus der Sammlung seines Vaters, Hildebrand Gurlitt. Dieser war der Haupteinkäufer für das geplante „Führermuseum“ Adolf Hitlers in Linz. Hildebrand Gurlitt kaufte nicht nur in den Kunsthäusern der Schweiz ein, sondern auch direkt von jüdischen Familien. Diese Familien erhofften sich mit dem Verkauf ihrer Kunst die Flucht aus dem NS-Deutschland zu finanzieren. Dabei wurden sie oft gezwungen, ihre Gemälde für einen sehr niedrigen Preis zu verkaufen, nur, damit Kunsthändler ihre Kunst für oftmals den dreifachen Preis verkaufen konnten. 
Nun wurden 14 der 1.500 Kunstwerke als Raubkunst klassifiziert und an die eigentlichen Besitzer:innen zurückgegeben. Doch bei ungefähr 1.000 Werken sind sich die Forscher:innen bei der Herkunft unsicher. Nach fast einem Jahrhundert sind teilweise keine Quellen mehr vorhanden, die belegen können, dass es sich bei der Kunst um Raubkunst handeln könnte.  

Cornelius Gurlitt starb 2014. Vor seinem Tod bat er seine Anwälte und seinen Betreuer darum, die Gemälde sicher zu stellen. Daraufhin untersuchte zuerst die Taskforce Schwabinger Kunstfund und seit 2016 auch das Deutsche Zentrum für Kulturverluste (DZK) die originale Herkunft aller Werke. Abgesehen von den Werken, die den jüdischen Familien zurückgegeben wurden, befindet sich der Rest der Sammlung Gurlitts im Kunstmuseum Bern.

      :Augustina Berger