Satire: Ist der Wombatinger ein Laborunfall oder gezielte Züchtung?
Beuteltier-Chimäre aus RUB-Labor entwischt
Karikatur: joop
Nicht der Löwe von Venedig, sondern der gefährliche Wombatinger von Querenburg. Karikatur: joop
Nicht der Löwe von Venedig, sondern der gefährliche Wombatinger von Querenburg.

Montag früh sind mehrere Versuchstiere aus einem Labor der Ruhr-Universität ausgebüchst, darunter ein aggressiver Wombat-Hybrid. Das RUB-Rektorat ruft Studierende daher zu äußerster Vorsicht auf. Das Untier könne sich besonders gut an seine Umgebung anpassen und daher überall auf dem Campus lauern. Dazu trage das Beuteltier möglicherweise Waffen bei sich. Das auf den Namen Wombatinger getaufte Monstrum habe es gerade zu Halloween leicht, zwischen Verkleideten und Horrordeko unterzutauchen.

Der Spitzname Wombatinger ist eine bewusste Anspielung auf das bajuwarische Fabelwesen, den Wolpertinger. Letzterer ist dank dem Einsatz furchtloser Waidmänner und -frauen sowie eifriger PräparatorInnen durch zahlreiche ausgestopfte Exemplare belegt. Die Querenburger Chimäre aus den RUB-Laboren ist hingegen ein Einzelexemplar beziehungsweise ein Prototyp. Ob es sich nämlich beim Wombatinger um eine gezielte Züchtung handelt oder um das Zufallsprodukt eines missglückten Genexperiments, ist unklar. Fragen dazu werden bisher von allen Stellen blockiert.

Fliegend, amphibisch, getarnt

Als gesichert gilt nur, woraus das Monstrum zusammengeschustert wurde. Neben dem australischen Wombat, womöglich ein Klon des :bsz-Maskottchens, gehört eine ganze Menagerie zu den Zutaten dieses Crossbreeds: Fuchs-Erbgut verleiht dem Wombatinger einen buschigen Schwanz und Reißzähne; dank Ringeltauben-DNA kann er fliegen, während Froschschenkel für Schwimmhäute und ungeahnte Sprungkräfte sorgen. Eingekreuzte Hirschgene schenken der Wombat-Chimäre ein waffenfähiges wie auffälliges Geweih. Dies macht eine überlegene Tarnfähigkeit wett – Chamäleon-DNA. Fliegend, amphibisch, getarnt – das klingt zumindest nach Militärforschung. Der Wombatinger dürfte außerordentlich schwierig zu fangen sein.

Zu allem Überfluss überträgt er auch noch eine Art Zombie-Seuche, welche die Infizierten apathisch umherlaufen lässt; eine Unterscheidung vom durchschnittlichen Bachelor-Studi ist somit kaum möglich. Also wachsam sein und nicht vom Wombatinger beißen lassen.

:Johannes Opfermann