RUB-TutorInnen wurden für ihre Arbeit nicht bezahlt
Bermudadreieck der Verwaltung
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Ohne Moos nix los: TutorInnen stehen doof da, wenn trotz Arbeit die Taschen leer bleiben. Foto: ks
Ohne Moos nix los: TutorInnen stehen doof da, wenn trotz Arbeit die Taschen leer bleiben.

Das Verwaltungsdickicht treibt oft seltsame Blüten. Manchmal ist es schwer zu entscheiden, was ein Versehen und was ein Verwaltungsfehler ist oder wo Verwaltungswillkür anfängt. Wenn Studierende für ihre Arbeit an der RUB nicht bezahlt werden, hört der Spaß in jedem Falle auf. Einige Studierende, die monatelang auf ihren Vertrag und ihr Geld warten mussten, haben sich mit ihren persönlichen Geschichten an die :bsz gewandt. Wir wollen über ihre Situation berichten. Die :bsz hat für alle Studierenden ein offenes Ohr, auch wenn es darum geht, über Dinge zu berichten, die nicht so gut laufen. Wir hoffen, mit unserer Berichterstattung zu einer Verbesserung der Situation beitragen  zu können.

Peter* ist Student an der RUB. Und Peter ist Tutor. Als er Tutor wird denkt er, dass er sich damit etwas dazuverdienen könne. Und natürlich plant er mit dem Geld aus seiner Tutorentätigkeit. Weit gefehlt! – Als er nach Monaten noch keinen Euro-Cent auf seinem Konto hat, fragt er nach. An der Fakultät heißt es: „Ihr Antrag auf Einstellung als studentische Hilfskraft wurde bei der Univerwaltung eingereicht. Der Vertrag kommt – das ist nur eine Formsache.“ Peter wartet weiter. Wird langsam finanziell klamm und fragt nochmal nach. Nun wird er  auf eine Odyssee durch das Bermudadreieck der Verwaltung geschickt. Zunächst wird er an die Univerwaltung verwiesen. Dort hat man „keinen Vorgang vorliegen.“ Er solle den Antrag nochmals ausfüllen und mit den dazugehörigen Unterlagen, Unterschriften und Stempeln einreichen. Das tut er auch. Und wartet weiter. Nachdem wieder 6 Wochen ins Land gegangen sind geht er abermals zur Verwaltung. Er möchte wissen, wie es mit seinem Vertrag und damit auch seinem Geld aussieht. Die Verwaltung gibt an, dass die Unterlagen nicht eingegangen seien. Vielleicht seien sie in der Post verloren gegangen... im Bermudadreieck der Verwaltung?

Der Tutor – das unbezahlte Wesen?

Peter wartet bis heute auf sein Geld. Und mit ihm warten mindestens 6 weitere studentische Hilfskräfte an der RUB. Sie warten seit teilweise mehr als 12 Monaten. Er meint inzwischen: „Ich habe wirklich gute Arbeit geleistet und den neuen Studierenden echt was beigebracht!“. Er versteht nicht, warum sich niemand darum kümmert, dass er seinen Lohn bekommt. „Die haben immer gesagt: Der Antrag auf Einstellung als studentische Hilfskraft ist nur eine Formsache... Nun habe ich für die Ruhr-Uni gearbeitet und habe keinen Vertrag und kein Geld bekommen.“
„Klar, ich erinnere mich auch dunkel an das, was in dem Antrag stand“, sagt Anja*, die ebenfalls bis heute auf ihr Geld wartet. „Da stand, dass ich erst arbeiten darf, wenn ich den Vertrag von der Verwaltung zurückbekommen habe. Auf der anderen Seite fingen die Tutorien an und die Studierenden mussten ja betreut werden.“

Von der Fakultät naht Hilfe

Kurz vor Redaktionsschluss erreicht die :bsz die Meldung, dass der zuständige Fakultätsrat sich mit dem Schicksal der unbezahlten Tutor­Innen befasst hat. Positives Signal: Es wurde beschlossen, die Bezahlung der TutorInnen zur Priorität zu machen und herauszufinden, wo das Problem lag. So sollen solche Fälle für die Zukunft ausgeschlossen werden. Die betroffenen Studierenden wird das freuen.

*Alle Namen von der Redaktion geändert.