Antisemitismus in Bochum
Bekannter Hass, unbekannter Täter
Bild: sCC BY-SA 3.0 // Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Synagoge_Bochum#/media/Datei:Bochumer_Synagoge,_Juni_2008.JPG
Die Neue Synagoge Bochum – ein Fenster wurde durch Schüsse beschädigt.

Synagoge. Schüsse auf die Neue Synagoge Bochum. Viele Menschen in Bochum stehen in Solidarität mit der jüdischen Gemeinde.  

Es ist Montag, der 26. April. Kurz nach Mitternacht, um 00:05 Uhr, schießt der unbekannte Täter auf die Synagoge Bochums. Ein Fenster wird beschädigt. Dann zieht der Schütze weiter, beschädigt Fenster des Planetariums. Am Morgen bemerken die Mitarbeiter:innen der Synagoge die Spuren der Tat und alarmieren die Polizei. Diese findet nicht nur kunststoffummantelte Metallkugeln an der Synagoge und am Planetarium, sondern auch in der Nähe des Tier- und Stadtparks. Zusätzlich soll der Täter auf ein geparktes Auto, einige hundert Meter entfernt vom Tierpark, geschossen haben.  

Das Motiv sowie die Identität des Täters sind offiziell noch unbekannt. Doch wurde die Tat von einer Überwachungskamera aufgezeichnet, auch ist der Schütze auf den Überwachungsvideos zu erkennen. Da er keinen Mund-Nasen-Schutz trug konnte man sein Gesicht erkennen. Der Täter trug eine graue Hose, eine dunkelblaue Kapuzenjacke und eine dunkle Baseballkappe mit einem hellen Schirm. Neben seinem schwarzen Rucksack hatte er auch noch eine dunkelblaue Bauchtasche dabei. Die Polizei fahndet aktuell nach dem Unbekannten, Hinweise auf seine Identität sind erwünscht.  

Noch am gleichen Abend fand eine Demonstration unter dem Motto „Solidarität mit der jüdischen Gemeinde – Gegen jeden Antisemitismus“ statt. Trotz des sehr spontanen Aufrufs kamen insgesamt hundert Menschen zusammen, um gemeinsam Bahnhofsvorplatz bis zur Synagoge zu laufen. Auch wenn die Demonstration von einem großen Polizeiaufgebot begleitet war und diese in einem Redebeitrag über ihren Umgang mit Antisemitismus in Bochum kritisiert wurde, blieb es friedlich.  

Zudem wurde in der Woche der Tat zwischen dem Abendgebet am Freitag und dem Schabbat am Samstag eine Nachtwache gehalten. Organisiert wurde diese von der evangelischen und katholischen Kirche, die zusätzlich stündlich ein Friedensgebet in Solidarität mit der jüdischen Gemeinschaft beteten. Bei dieser Nachtwache waren auch Polizeipräsident Jörg Lukat und Oberbürgermeister Thomas Eiskirch (SPD) beteiligt.          

      :Augustina Berger