Ein paar Zentimeter und hunderte Eure spät
Beachhandballerinnen bald legal in Shorts
Symbolbild
Sportbekleidungt: Es gibt Regeländerungen, die den Sport nicht veränder

Nach Protesten der norwegischen Beachhandballerinnen gibt es ab dem 01. Januar 2022 eine neue Regel für die Kleidung in deren Sportart. 

Der Handball-Weltverband hat die Kleiderordnung geändert, sodass die Sportlerinnen künftig ab dem nächsten Jahr statt der Bikini-Hosen auch längere, enganliegende Sporthosen tragen dürfen. Dabei müssen die Hosen immer noch „kurz“ sein. 

Grund für den Trubel um die Hosen war ein Protest in Form von ein paar Zentimetern mehr Stoff von den Norwegerinnen. Daraufhin wurde von der Europäischen Handball-Föderation ein Bußgeld auferlegt in Höhe von 1.500 Euro – die Begründung war „unangemessene Bekleidung“. Damit fing alles an. Der norwegische Verband übernahm die Kosten, aber auch die Pop-Sängerin P!nk bot an, die Kosten zu übernehmen und lobte die Sportlerinnen öffentlich. Außerdem forderte der norwegische Sportminister zusammen mit den anderen Ministern der skandinavischen Länder den Weltverband auf, diese Regel zu ändern, denn er spricht von einer „lächerlichen Regel“. 

Man muss dazu im Kontext betrachten, dass es solch ähnliche Regularien nicht bei den Männern gibt. Sie werden nicht gezwungen, enganliegende Hosen zu tragen. Das alles sind Gründe für den Anstoß einer Sexismus-Debatte, die über die Grenzen des Beachhandballs hinausragt. Auch in anderen Sportarten wie dem Turnen protestieren weibliche Sportlerinnen wegen der Kleidung. 

„Man beschäftigt sich mehr damit, dass sie (die Hosen) nicht verrutschen, als mit Handball“ gab die Norwegerin Haltvik zu dem Thema an. Sie geht darauf ein, dass manche Menschen dem Sport wegen der Kleidung sogar nicht beiwohnen würden. Und bei ihr hat das mehr Gewicht, weil sie natürlich eine Größe auf ihrem Gebiet ist. Auch sie hat sich schon länger nicht mehr wohlgefühlt bei ihren Auftritten auf dem Sand. Eine Trainerin gab indes an, dass sich manche Spielerinnen unwohl, nackt und beobachtet fühlen würden. 

Senf dazu: 

Es ist gut, dass die Debatte ans Tageslicht kommt und sich mehr mit dem Thema auseinandergesetzt wird. Doch wie so häufig gibt es erst kleine Schritte und vorerst keine Anpassung an Standards, die für Männer gelten. Doch es ist schön zu sehen, dass der Protest etwas Wirkung gezeigt hat. 

 

:Lukas Simon Quentin