Jaana: Melodischer Elektro-Düsterrock
Back to the Roots!
Grafik: Jennifer Schareina
Rundet das Gesamtkunstwerk ab: Das an ein surreales Gemälde von René Magritte erinnernde Covermotiv. - Grafik: Jennifer Schareina
Rundet das Gesamtkunstwerk ab: Das an ein surreales Gemälde von René Magritte erinnernde Covermotiv.

Aus einem Guss präsentiert sich die sehr melodiöse Retro-Rock-CD „Back to the Roots” der Ruhrgebietsband Jaana mit ihrer stimmgewaltigen gleichnamigen Frontfrau: Der Erstling bietet ein sehr eindrucksvolles Hörerlebnis auf durchgehend hohem Niveau. Gemeinsam mit Adrian Klawitter (E-Drums, Elektronik) ist der bereits seit 2007 solo und zuletzt als Jaana Redflower mit Band durch NRW tourenden Mülheimerin Jennifer Schareina (Gesang, Querflöte, E-Gitarre) ein professionelles CD-Debut gelungen, das die Aufmerksamkeit eines breiten Publikums verdient.

Wenn die Novembernächte dunkler werden und der Regen auf die Fenster trommelt, ist das genau das richtige Setting für Jaanas zuweilen melancholische Gitarrenakkorde, die sich mit melodischen Elektro-Beats mischen, über denen ab und an eine Querflöte schwebt. Wer Jaanas eher düstere Musikfarbe bereits von ihren zahlreichen Auftritten insbesondere im Ruhrgebiet kennt, wird zudem überrascht sein, wie die professionell abgemischten Soundschleifen miteinander zu einem wunderbar weichen und dennoch düster-dramatischen Gesamtkunstwerk verschmelzen. Man kennt es von surrealistischen Gemälden eines Dalí oder Magritte: Scheinbar Unvereinbares steht wie selbstverständlich nebeneinander und wirft einen grellen Lichtstrahl ins Spätherbstdunkel, durch dessen Regengeprassel sich in Songs wie „Devil‘s Bride“ oder „Seventh Room“ die klare und dennoch rauchige Stimme einer anderen Janis Joplin Bahn bricht.

Anklänge an den rockigen Gitarrensound von Deep Purple, die magischen Orgeltöne von The Doors oder die Querflöte von Jethro Tull machen Jaanas Retro-Rock-Style perfekt. In der Summe erinnert die Atmosphäre vieler Songs last but not least an Triphop-Klangschleifen à la Portishead, die wie die ersten Novemberregentropfen in einem dunklen Teich erst kleine, dann immer größere Ringe zeichnen – um sich schließlich vollständig auszubreiten und der Oberfläche eine neue Form zu verleihen. So hat Jaana ihren unverwechselbaren Stil gefunden, der hoffentlich noch viele Kreise ziehen wird!

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Derzeit ist „Back to the Roots“ leider nur auf Jaanas Konzerten erhältlich, bevor sich hoffentlich bald ein passender Vertrieb findet. Live wird Jaana am 3. Dezember wieder im Ruhrgebiet auf der Bühne stehen, wenn sie samt Band im Sissikingkong (Landwehrstr.17) am Dortmunder Hafen anlanden wird.

Weitere Infos:
www.jaana-redflower.de
soundcloud.com/jaana-redflower