Entfaltung statt Verwertung: Freiraumtage Dortmund vom 6. bis 12. April.
Avanti geht in die nächste Runde
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So soll es wieder sein: Viele Menschen unterstützten im letzten Jahr das  Soziale Zentrum Avanti. Foto: bent
So soll es wieder sein: Viele Menschen unterstützten im letzten Jahr das Soziale Zentrum Avanti.

Demo, Workshops, Konzert und vieles mehr: Die Freiraum-Initiative Avanti, die sich letzten Sommer mit der einwöchigen Besetzung der ehemaligen St. Alber-Magnus-Kirche zusammen fand, plant einen neuen Anlauf: Das Soziale Zentrum Avanti war vor der Räumung für hunderte DortmunderInnen ein Anlaufpunkt, mit den Freiraumtagen vom 6. bis 12. April will man nun verstärkt für ein solchen Zentrum kämpfen.

Eine Woche der Selbstverwaltung, Solidarität und Veranstaltungen aller Art,  NachbarInnen und Interessierte, die sich beteiligten – beim Aufbau, bei der Organisation oder einfach beim Kochen: Das Soziale Zentrum Avanti hat bewiesen, dass eine solche Einrichtung  in der Dortmunder Nordstadt mehr als überfällig ist. Darauf will man auch mit den Freiraumtagen hinweisen – nun umso mehr, da die Stadt vor kurzem bekannt gab, der Freirauminitiative Avanti kein Gebäude für ein Sozial- und Kulturzentrum zur Verfügung zu stellen: „Nach der Absage der Stadt ist die eigene Suche nach Räumlichkeiten für das Soziale Zentrum Avanti umso dringender,“ erklärt Kim Wegener von Avanti. „Auch bei der Suche nach einem solchen Raum werden wir die Freiraumtage Anfang April nutzen.”

„Ein Haus wird sich schon finden lassen“

Die Entscheidung der Stadt erscheint vor dem Hintergrund des enormen Leerstandes in Dortmund (siehe Info-Box) wie im gesamten Ruhrgebiet mehr als fragwürdig. So ist man auch bei Avanti zuversichtlich: „Die Stadt hat kein Gebäude gefunden, wir stehen in den Startlöchern. Ein Haus wird sich wohl finden lassen“, so  Wegener. Genauso wie das Soziale Zentrum Avanti soll es Anlaufpunkt für Jugendliche und alle anderen Interessierten sein – ein Faktor, der besonders für Dortmund wichtig ist, wo krasse Armut auf eine militante Naziszene trifft. „Die Dynamik in Dortmund ist erdrückend“, so Wegener. „Es wäre ein Anlaufpunkt, der Menschen miteinander ins Gespräch bringt. Freiraum bedeutet da, einen Raum zu schaffen, der für Entfaltung statt neoliberaler Verwertung steht.“

Mittlerweile steht auch das Programm mit inhaltlichen und aktionsorientierten Angeboten fest. So wird es ein Filmvorführung, verschiedene Workshops, eine Demo, eine Leerstand-Schnitzeljagd  und zum Abschluss ein Konzert geben.

Da fehlt eigentlich nur noch das entsprechende Gebäude, wie auch Kim Wegener betont: „Für die Verwirklichung brauchen wir nur ein Haus, das in Ordnung ist.“ Es ist schließlich mehr als überfällig für Dortmund.

:Benjamin Trilling

Info

Neben Workshops zu Themen wie Flyergestaltung oder der Geschichte der HausbesetzerInnenbewegung wird es auch verschiedene Filmabende und jeden Morgen die Möglichkeit eines gemeinsamen Frühstücks im Nordpol geben. Zudem sind Konzerte geplant: So treten unter anderem die Bands Rasender Stillstand, FaulenzA oder Waving the Guns auf. avantizentrum.noblogs.org/freiraumtage/programm-2

Viel Armut, viel Leerraum: Die Stadt Dortmund beharrt darauf, dass es kein Gebäude gibt, das für ein Sozial- und Kulturzentrum genutzt werden kann. Die Realität sieht anders aus: Laut leerstandsmelder.de, gibt es alleine in Dortmund 198 leerstehende Häuser. In anderen Revierstädten sieht es nicht besser aus: So weist Duisburg etwa, wie die Initiative Recht auf Stadt-Ruhr kritisiert, 12.000 leerstehende Wohnungen auf.