Offene Fragen bezüglich der MZ-Rubrik Fotographie – bleibt oder verschwindet sie?
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Noch ist unklar, welche Rolle Fotografie im Programm spielen wird: Die neue Leitung wird diesbezüglich entscheiden. Foto: gin
Noch ist unklar, welche Rolle Fotografie im Programm spielen wird: Die neue Leitung wird diesbezüglich entscheiden.

Umstrukturierung. Mit dem Wintersemester 2017/18 wird der neue Bereich „Künstlerische Gestaltung und visuelle Medien“ am Musischen Zentrum initiiert. Ob es auch danach Angebote im Bereich der Fotografie geben wird, ist noch unklar. 

Seit 50 Jahren besteht mit dem Musischen Zentrum (MZ) an der Ruhr-Universität ein „Refugium“ für Künste aller Art, wie der Bereichsleiter für Fotografie, Felix Freier ausdrückt. Die Schwerpunkte liegen derzeit in den Bereichen Fotografie, Bildender Kunst, Musik und der Studiobühne. Zum Wintersemester 2017/18 soll es nun zu einer strukturellen Änderung kommen: Anstelle der Fotografie und der Bildenden Kunst wird der Bereich „Künstlerische Gestaltung und visuelle Medien“ eingeführt. Laut MZ-Direktorin Anette Pankratz handele es sich um „etwas Neues und eben nicht zwei halbe Bereiche“. Die Bewerbungsfrist für die Leitung des neu konzipierten Bereichs läuft bis zum 31. Mai 2017. Da die einzelnen BereichsleiterInnen für die Programm- und Kursinhalte zuständig seien, kann laut Pankratz noch keine Aussage für das Kursangebot des Wintersemesters 2017/18 gemacht werden.

Inhaltlich kein Verlust?

Das Grundkonzept sehe einen völlig neuen Bereich vor, welcher sich laut Pressesprecher der RUB, Jens Wylkop, auf „wandelnde kulturelle und musische Interessen und Neigungen insbesondere der Studierenden“ beziehe. Dies mache eine Weiterentwicklung auf inhaltlicher Ebene notwendig. Dennoch solle gewährleistet werden, dass „im Zuge des Aufbaus dieses neuen Bereichs sowohl die Fotografie als auch die bildende Kunst ihren angemessenen Platz einnehmen“. Durch den Einbezug neuer Medien wie Film und Videokunst erhoffe man sich laut Direktion des MZ „den Brückenschlag zur Performance-Kunst“.

Faktisch gebe es zumindest für die Bildenden Künste bis 2020 keine Veränderungen, erst dann läuft die derzeitige kommissarische Stelle aus. Bedingt durch das Ausscheiden von Felix Freier als Bereichsleiter der Fotografie zum Oktober 2017 machen sich Studierende und Leitung allerdings um die Zukunft ebendieses Faches Sorgen, wie Freier im Gespräch mit der :bsz erklärt: „Das führt zu einer ziemlich großen Verunsicherung.“ Studis seien bereits auf ihn zugekommen, um zu erfahren, ob auch im kommenden Semester Kurse der Fotografie angeboten würden. Dies könne erst mit der Besetzung der ausgeschriebenen Stelle beantwortet werden. Die Sorge bleibt, dass der Bereich vielleicht komplett wegfällt. 

Visuelle Medien im Fokus

Freier befürworte neue Konzepte im Musischen Zentrum, die Frage bleibe aber: „Was wird aus den Basics?“ Wie eben der Fotografie. Es bestehe laut Freier die Befürchtung, dass es auf dem Markt niemanden gebe, der die beiden Bereiche Fotografie und bildende Kunst adäquat weiterführen könne. Pankratz sieht dies optimistischer: „Den neuen Bereich werden sehr viele füllen können, gerade weil in neuen Medien, visuellen Medien, sehr viele Leute unterwegs sind.“

Der Wegfall einer der beiden LeiterInnenstellen war bereits 2012 beschlossen worden, als der damalige Leiter der Bildenden Kunst, Heinrich Koch, aufhörte.

Im Laufe des Sommersemesters werde zusammen mit der neuen Leitung des neuen Ressorts ein endgültiges Konzept ausgearbeitet.

        :Andrea Lorenz

 

Lest auch den Kommentar von Frederik Herdering gegen Kürzungen am MZ.