Siege und Eklats
Auf und neben dem Platz
Bild: bena
Symbolbild

Der VfL hält sich für einen Aufsteiger sehr stabil im Tabellen-Mittelfeld. Doch auf der Tribüne sorgt das trotzdem nicht gerade für friedliche Stimmung. 

An der Castroper Straße kann man eigentlich mehr als zufrieden sein, denn wer nach langer Zeit mal wieder die erste Bundesliga zu Gesicht bekommt, verlässt sie oft auch direkt wieder. Doch die Bochumer Jungs zeigten unter dem mittlerweile fest etablierten Chef-Trainer Thomas Reis, dass sie mehr sein wollen als eine Eintagsfliege. Das schlägt sich auch in den Ergebnissen nieder, denn mit regelmäßig eingefahrenen Siegen, ist wohl schon bald die magische 40-Punkte-Marke in Sicht, die man ca. für den Klassenerhalt benötigt. Auf dem Weg dahin konnte man schon den ein oder anderen Prestige-Erfolg ergattern: den Einzug ins DFB-Pokal-Viertelfinale, das Unentschieden beim neuen Pott-Derby gegen den BVB und nicht zuletzt das fulminante 4:2 gegen den bayrischen Spitzenreiter. 
Vor allem beim Heimsieg gegen die Münchener schien der VfL endgültig in der Erstklassigkeit angekommen zu sein, doch schon bald folgte eine spielerisch schwächere Phase. Das frustrierende Pokal-Aus gegen Freiburg in der Verlängerung, die unnötige späte Niederlage gegen die Gäste aus Leipzig und kürzlich der Spielabbruch gegen Gladbach, den man einem einzelnen Zuschauer zu verdanken hatte. Ein Linienrichter hatte bei einem 0:2-Rückstand des VfL hatte einen vollen Bierbecher aus den Bochumer-Fanreihen an den Hinterkopf bekommen und ging zu Boden. Nach langen Diskussionen wurde das Spiel schließlich abgebrochen und dem Verein droht eine Strafe, während man nun ein eventuelles Alkoholverbot im Stadion bespricht. 
In den letzten Monaten hatten sich sogenannte Bochum-Fans schon häufiger unbeliebt gemacht, etwa durch wiederholte Beleidigungen unter der Gürtellinie in Richtung gegnerischer Spieler, wie Max Kruse beispielsweise nach seinem Sieg mit Union Berlin an der Castroper Straße bemängelt hatte. 
Die eigene Mannschaft zeigt sich zunehmend verärgert über diese Entwicklung, denn dieser Becher war längst nicht der erste, der geworfen wurde, sondern nur der erste der auch traf. Deshalb war Kapitän Losilla auch schon unmittelbar vor dem Eklat in einem Video zu sehen, wo er verkündet: „Fiege sind nicht zum Werfen, sondern zum Trinken.“  

:Henry Klur 

 

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