Lindner an der RUB
AStA wegen Protesten in der Kritik
Foto: Jan Turek
Bauernopfer? Daniel hätte sich mehr Rückendeckung gewünscht.Foto: Jan Turek
Bauernopfer? Daniel hätte sich mehr Rückendeckung gewünscht.

Hochschulpolitik.  Die Proteste während der Lindner-Veranstaltung hatten Folgen: Deutschlandweite Aufmerksamkeit, ein Shitstorm für den AStA und der Rücktritt eines Referenten.

Die Bilder verbreiteten sich viral im Netz: Mittlerweile 350.000 mal wurde das YouTube-Video von Christian Lindners Auftritt aufgerufen. Die Bild titelte „So cool kontert Lindner Schrei-Studenten aus“. Im Umfeld der RUB war schnell klar, wer schuld am Geschrei sei: Der AStA. Auf dessen Facebook-Seite hagelte es Kommentare und schlechte Bewertungen. „Liebes AStA Team, ich muss wirklich sagen, dass ich mich gerade schäme, ein Teil der RUB Studierendengemeinschaft zu sein und mich durch euch vertreten zu lassen“, heißt es auf der Facebook-Seite des AStA. Ursprung der Kritik: AStA-Referent Daniel beteiligte sich am Protest bei der Lindner-Veranstatung. Es sei eine Entscheidung gewesen, die er in „einem Bruchteil einer Sekunde“ gefällt habe, so Daniel.

Nachdem Lindner den StörerInnen mangelndes Durchhaltevermögen vorwarf, weil sie die Bühne verlassen wollten, betrat der HoPo-Referent diese und übernahm ein Transparent eines Störers. Eigentlich habe er den Protest retten wollen. Dadurch, dass er sich „vernünftig verhalte, also nicht reinbrülle“ und ruhig im AStA-Shirt da stünde, habe er zeigen wollen, „dass es nicht nur linke Chaoten sind, sondern es einen weiteren, legitimen Protest“ gab, „gestützt durch einen StuPa-Beschluss“, erklärt Daniel seine Reaktion. Fälschlicherweise  kam der Eindruck auf, der AStA sei auch für die respektloseren Formen des Protests verantwortlich, nachdem Daniel sich als AStA-Mitglied zu erkennen gab. 

Schadensbegrenzung?

Daraufhin veröffentlichte der AStA eine Stellungnahme, in der er sich implizit auch von Daniel distanziert: Man wolle betonen, dass „Aussagen und Verhaltensweisen“ auf der Veranstaltung „vielmehr den Standpunkten der jeweiligen Privatpersonen“ entsprächen und nicht AStA-Meinung seien. Daniel sagt, er werde wie ein verrückter Einzeltäter dargestellt. „Ich fühle mich von meinem Vorstand verraten“. Am folgenden Tag trat er als AStA-Referent zurück.

Linus Stieldorf  (JuLis) ist der Meinung, dass  im AStA  „jetzt ein Sündenbock dafür gesucht“ würde. Es sei nicht fair, dass nur eine Person verantwortlich gemacht würde. Sie fordern, „dass deutlich gezeigt wird, dass der AStA da eindeutig mit Schuld dran trägt.“

AStA-Vorsitzender Simon Lambertz stellt klar, es  habe „in keinster Weise von uns den Aufruf“ gegeben, sich auf die Bühne zu stellen. Trotzdem ist er der Meinung, Daniel habe sich richtig verhalten und bedauert sein Austreten. „Ich wünsche mir, dass Daniel zurück in den AStA kommt.“

Gastautor :Jan Turek
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