Das polizeiliche Vorgehen beim „Tag der deutschen Zukunft“ wirft noch immer viele Fragen auf
Anzeigen und Beschwerden nach Polizeieinsatz
Foto: Uwe Bitzel
Auch die Kunstaktion mit Spiegelwürfeln eskalierte: PolizistInnen stürmten auf GegendemonstrantInnen und setzten Reizgas ein. Foto: Uwe Bitzel
Auch die Kunstaktion mit Spiegelwürfeln eskalierte: PolizistInnen stürmten auf GegendemonstrantInnen und setzten Reizgas ein.

Mit einem Polizeiaufgebot von fast 5.000 Einsatzkräften wurde am 4. Juni der sogenannte „Tag der deutschen Zukunft“ durchgesetzt. 900 FaschistInnen aus ganz Deutschland und Osteuropa marschierten störungsfrei durch die Ruhrgebietsstadt. AntifaschistInnen und BürgerInnen beklagen  einen Verstoß gegen Grundrechte und ein brutales Vorgehen der Polizei.

Eine Kamera des WDR hat es festgehalten: PolizistInnen stürmen in der Nähe des Dortmunder Hafens überfallartig auf friedliche GegendemonstrantInnen ein und versprühen Reizgas. AntifaschistInnen beklagen zum Teil unangekündigtes und brutales Vorgehen gegen Blockadeversuche. Entsprechend besorgniserregend fällt die Bilanz des Tages aus: Etwa 165 Menschen musste ein Sanitätsdienst im Laufe des Tages versorgen. „Mit Abstand am häufigsten mussten Augenverletzungen durch Reizmittel behandelt werden,“ erklärt Tobias Schmidt vom Arbeitskreis NoTddZ, der den Sanitätsdienst organisierte. 

Anzeigen gegen PolizistInnen

Auch Iris Bernert-Leushacke vom Bündnis BlockaDO kritisiert den Einsatz: „Die brutalen Attacken der Polizei waren völlig überzogen und werfen ein bezeichnendes Licht auf die hysterischen Prognosen im Vorfeld des 4. Juni. Die Nazi-Demo, permanent gegen Auflagen verstoßend, blieb selbstverständlich völlig unbehelligt.“

Bisher wurden aufgrund unterschiedlicher Vorfälle Anzeigen erstattet. Weitere Klagen sollen in den nächsten Wochen folgen.Kim Ben Freigang von der Dortmunder Polizei bestätigte auf Anfrage dieser Zeitung, dass aktuell aufgrund drei eingereichter Anzeigen Ermittlungen gegen BeamtInnen laufen.

:Benjamin Trilling