Uni Kassel
Angst vorm Genderstern?
Bild: CC-BY-SA 4.0
Uni Kassel. Bild: CC-BY-SA 4.0
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Kommentar. Der Angriff auf die deutsche Sprache hat begonnen und nur eine bedingungslose Kapitulation wird akzeptiert. Denn der Genderwahnsinn ist auf dem Vormarsch und wir werden entweder alle sterben oder noch schlimmer: das generische Maskulinum verlieren.

Korrektes Gender als Kriterium bei der Bewertung einer Hausarbeit? An der Uni Kassel mittlerweile möglich. Den Schaum vor den Mündern von selbsterkorenen „Sprachschützern“ und Konservativen kann man praktisch im ganzen Land schon blubbern hören. Scheinbar sind einige Menschen einfach sehr schnell beleidigt, wenn es darum geht, durch Sprachen auch die Sichtbarkeit von Personen, die nicht dem männlichen Geschlecht angehören zu verbessern. Alles, was in eine andere Richtung geht, sei Ideologie und politisch. Die Definition von Ideologie hierbei: Ideologie, die (f): Alles was Menschen denken, die einer anderen Meinung sind als ich. Die Aufrechterhaltung von „korrektem“ Deutsch und die Verteidigung ihrer Sprache gegen vermeintliche Angriffe scheint Manchen auf eine obsessive Art wichtig zu sein. Dabei wirkt es so, als würden Leute, die gegen gendergerechte Sprache sind, dieses Thema viel öfter breit treten, als die eigentlichen Befürworter:innen. Auf jede Forderung nach Ausdrucksweisen, die inklusiv sind, scheinen hin und wieder zwei super-clevere „die Grün:innen wollen die Sprach:innen ändern:innen“-Witze zu kommen. So brüstet sich beispielsweise der Vorsitzende des „Vereins Deutsche Sprache“ - der auch schon mal dadurch auffällt, dass er von „Lügenmedien“ oder „Überfremdung“ spricht – damit, dass er keine E-Mails annimmt, die ein Gender-Sternchen enthalten und man fragt sich, ob es nicht einfach an interessanten Persönlichkeitsmerkmalen mangelt, dass man nichts Besseres zu tun hat, als den ganzen Tag zu jammern wie schlimm es doch sei, dass gendergerechte Sprache verlangt wird. Standards für die Ausdrucksweise sind nicht Neu an Universitäten und auch an der Uni Kassel geht es nur darum, dass Dozierende die Möglichkeit haben, die erwähnte Anforderung zu stellen, wenn dies im Voraus angekündigt ist. Wer also, wie ein in vielen Medien nun zitierter Student, trotzdem daran versagt, die einfachsten Formatvorgaben in die eigene Hausarbeit zu übernehmen, hat vielleicht grundsätzlichere Mängel, als man zuerst denken mag.

:Jan-Krischan Spohr