Umstrukturierung des Musischen Zentrums abgeschlossen
Analoge Fotografie vor dem Aus
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Analog vor dem Aus? Am Musischen Zentrum spielt die analoge Fotografie in nächster Zeit keine Rolle mehr… Bild: juma
Analog vor dem Aus? Am Musischen Zentrum spielt die analoge Fotografie in nächster Zeit keine Rolle mehr…

Kunst. Die analoge Fotografie ist der große Verlierer bei der geplanten Umstrukturierung des Musischen Zentrums (MZ) an der RUB. Seit dem Wintersemester 17/18 ist die Fotografie Teil des Bereichs „Künstlerische Gestaltung und Visuelle Medien“ unter Leitung von Melanie Windl.

Die Umstrukturierung des Musischen Zentrums sei nichts, was von jetzt auf gleich geschehen ist, versichert Prof. Anette Pankratz, Leiterin des MZ an der Ruhr-Uni. Vielmehr sei schon vor fünf Jahren klar gewesen, dass sich etwas ändern würde. Was genau das sein sollte, wurde erst im Laufe der Zeit bekannt. Von einer Reduzierung der Bereiche Bildende Kunst und Fotografie war die Rede, doch da wollte der Wissenschaftliche Personalrat (WPR) nicht mitspielen und legte ein Veto ein: Eine Bereichsleitung müsse eine ganze Stelle zugesichert bekommen. Somit waren die ersten Pläne gescheitert. 

Nun wurden Nägel mit Köpfen gemacht, meinen Studierende der Ruhr-Universität. Sie kritisieren den neuen Bereich „Künstlerische Gestaltung und Visuelle Medien“, da er das Ende der Fotografie am Musischen Zentrum bedeute, wie er bisher bekannt war. Ein Blick in die aktuellen Pläne von Bereichsleiterin Windl lassen erahnen, dass sich diese Befürchtung durchaus bewahrheiten könnte, denn für die nächsten beiden Semester stehen die visuellen Medien tatsächlich im Vordergrund, von Fotografie erstmal keine Spur. Das Aus für die beliebte Kunstform? Anette Pankratz spricht von einem Rotationsprinzip, die Fotografie bleibe dem MZ auch in Zukunft erhalten; nur nicht in der bisherigen Angebotsfülle.

Analog oder digital? 

Corinna Marheinecke, Lehrbeauftragte im Bereich Fotografie und Mitglied der Studentischen Programmkonferenz, sieht die Pläne bezüglich der Zusammenlegung kritisch und berichtet in der Fachschaftsvertreter-  Innenkonferenz (FSVK) von der geplanten Abschaffung der analogen Fotografie aus dem Programm des MZ. „Die Fotografie ist eines von vielen Medien, und von den Bildebenen das wichtigste Verfahren, was es momentan gibt“, so Marheinecke. Ihr gehe es auch nicht um den eigenen Lehrauftrag, von dem sie noch nicht sagen könne, ob er verlängert wird. Eine Universität müsse es sich leisten, Angebote zu haben, die die Studierenden interessieren. Die analoge Fotografie sei solch ein Angebot.

Anette Pankratz betont hierzu, dass es einfach nicht möglich sei, das gesamte Angebot der Fotografie zu übernehmen, man müsse sich letztendlich entscheiden: digital oder analog. Ob die nun bevorstehende Freiräumung der Fotolabore der analogen Fotografie für die nächsten zwei Semester das endgültige Ende dieser Angebotsform ist, ist daher noch nicht entschieden. Entscheidend jedoch sei, welcher Bereich Studierende mehr ansprechen würde. Hier sieht man im Musischen Zentrum die digitale Fotografie der analogen Technik klar überlegen.

Kein Mitspracherecht? 

Mitglieder der zukünftigen studentischen Programmkonferenz des Musischen Zentrums kritisieren, dass alle Entscheidungen ohne ihr Zutun gefallen seien; auch beim Programm der kommenden zwei Semester sei man nicht miteinbezogen worden. Hier habe Windl jedoch nach der Satzung des Musischen Zentrums gehandelt, betont Anette Pankratz. Dort sei festgehalten, dass die LeiterInnen autonom über das Programm ihrer Bereiche entscheiden können. Die frühe Bekanntgabe des Programms sei dem Willen der Lehrbeauftragten geschuldet.

Lest dazu Andreas Kommentar!

:Justinian L. Mantoan