Eine weitere Verkehrskontrolle, die für einen Schwarzen Mann in Amerika tödlich endet
Amerika, das Land der (Alb-)Träume
Bild: CC0
Symbolbild

Die Flucht vor dem Krieg aus dem Kongo endete mit seinem Tod in Amerika, dem sogenannten „Land der Träume“. Wieder ist ein Schwarzer Mann ungerechtfertigt durch Polizeigewalt gestorben.

Am 4. April 2022 wurde der schwarze 26-jährige Patrick Lyoya bei einer Verkehrskontrolle von einem weißen Polizisten umgebracht. Videos von Zeugen und die Dashcam des Polizisten zeigen, wie der 26-jährige gewaltsam zu Boden gerissen und in seinen Hinterkopf geschossen wurde. Der Schuss führte zu seinem Tod, bestätigt nun die Autopsie von Dr. Werner Spitz. 
Der Vorfall begann mit einer simplen Verkehrskontrolle. Laut Angaben der Polizei passte das Kennzeichen nicht zum Fahrzeug. „What did I do wrong?“, hört man Patrick Lyoya sagen, bevor er versucht wegzulaufen. Der Polizist verfolgt ihn und versucht ihn mit einem Taser zu erwischen, was ihm nicht gelingt. Innerhalb von Sekunden fällt der tödliche Schuss. 
Das Video zeigt zwar, dass Patrick Lyoya sich nicht kooperativ verhaften lassen wollte – Gleichzeitig zeigt es aber auch, dass er den Polizisten keineswegs angegriffen hat oder eine Gefahr für diesen darstellte.  
Der Vorfall ereignete sich in Grand Rapids, Michigan. Wieder einmal Amerika. Die traurige Wahrheit ist, dass Patrick Lyoya und seine Familie 2014 aus dem Kongo nach Amerika geflohen sind. Doch in Amerika erwartete sie nicht das erhoffte sichere Leben, sondern eine rassistische Gesellschaft, die die Angst eines Polizisten als einen legitimen Grund oder als Rechtfertigung anerkennt, um schwarze Menschen umzubringen. Patrick Lyoya ist nicht das erste Opfer und wird sehr wahrscheinlich leider auch nicht das letzte Opfer von Polizeigewalt in Amerika sein. Die Kommentare unter der Dashcam-Aufnahme bestätigen diese traurige Realität. Unmengen von Amerikanern, die den Polizisten in Schutz nehmen und nicht einmal in Erwägung ziehen, dass der Polizist ihm hätte ins Bein oder in den Arm schießen können. Die bevorzugte und humane Alternative, aber nur, wenn die Hautfarbe stimmt. 
Daunte Wright, Breonna Taylor, Tatiana Jefferson, Rodney King, George Floyd und viele weitere. Wie viele Schwarze Menschen müssen noch getötet werden, damit Amerika sein Waffen- und Rassismusproblem in den Griff bekommt?                   

  :Miena Momandi

 

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