Petition fordert NRW-Ticket für Freiwillige
Am Bahnhof stehen gelassen
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Leere Taschen, leere Züge? Unter den derzeitigen Bedingungen kommen Freiwillige nicht weit.	  Bild: stem
Leere Taschen, leere Züge? Unter den derzeitigen Bedingungen kommen Freiwillige nicht weit.

Mobilität. Freiwillige im FSJ oder BFD haben häufig mit hohen Preisen für den öffentlichen Nahverkehr zu kämpfen. Mit einer Petition soll dies geändert werden.

Sie sind mittlerweile für viele Arbeitsfelder unentbehrlich geworden: Junge Erwachsene, die innerhalb eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) oder eines Bundesfreiwilligendienstes (BFD) essentielle Stützen für Bereiche wie Bildung, Kunst und die soziale Arbeit sind. Auch viele Studierende haben bereits einen Freiwilligendienst absolviert, oder werden dies nach dem Studium machen.
Derzeit erhalten Freiwillige ein Taschengeld von höchstens 381 Euro pro Monat. Davon müssen sie, neben ihren sonstigen Lebenshaltungskosten, auch Verkehrstickets zahlen, deren monatliche Kosten mitunter dreistellig sein können. In einer Petition, die mit 3.000 Stimmen dem Petitionsausschuss des Landtags vorgelegt wurde, fordert der Sprechendenrat der Freiwilligendienste im Bereich Bildung und Kultur NRW deshalb einen verbilligten Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln. So sagt Ricarda Schwede, Landessprecherin des Sprechendenrats und Freiwillige im Dortmunder U: „Zurzeit ist ein Freiwilligendienst finanziell gesehen ein Luxus. Viele der Kosten müssen von den Eltern bestritten werden; Kindern aus einkommensschwachen Familien wird der Zugang dazu verwehrt. Das ist schade, denn ein freiwilliges Jahr ist sowohl für die persönliche Entwicklung als auch für die Gesellschaft ein Gewinn.“

Gleichbehandlung

Bei ihrem Vorschlag nehmen sich die PetitionserstellerInnen ein Beispiel an dem bereits existierenden Freiwilligen-Ticket aus Hessen. „Schüler, Studenten, Auszubildende und Freiwillige bezahlen alle einen Euro pro Tag, um damit durch das ganze Bundesland zu fahren. Im Semester sind das 183 Euro“, so Schwede. Dies entspricht in etwa den Kosten des Semestertickets, das Studierende in NRW jedes Semester bezahlen müssen. Doch nicht nur Freiwillige sind von hohen Ticketpreisen betroffen. Auch der Jugendverband des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) fordert derzeit ein NRW-Ticket für Azubis.

Die Petition, die mittlerweile mehr als 3.000 Stimmen gesammelt hat, kann weiterhin unterschrieben werden unter tinyurl.com/Freiwilligenticket.

:Stefan Moll

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