AfD an Unis: Kulturkampf von rechts?
Alternativlose Polarisierung
Bild: kac

Rechtspopulismus: An unzähligen Unis wurden AfD-nahe Campus-Ableger gegründet. In Magdeburg zog das zuletzt Tumulte nach sich. Doch wie sieht es an anderen Unis aus?

Lautstarker Protest, Beschimpfungen und tätliche Auseinandersetzungen – eine Veranstaltung der AfD-nahen „Campus-Alternative“ zum Thema „Geschlechterforschung“ zog an der Uni Magdeburg am 12. Januar zum Teil heftigen Protest nach sich. Ein Bild, das man auch an den Unis in München, Düsseldorf und Göttingen kennt. Dort gerieten die AfD-Ableger in Konflikt mit AntifaschistInnen. Auch an weiteren deutschen Unis sind mittlerweile AfD-Gruppen vertreten. Oft ist unklar, welche Verbindungen zu rechtsextremen Burschenschaften, Neonazis oder der Identitären Bewegung bestehen.
An den Ruhrgebiets-Unis konnten die RechtspopulistInnen bisher nicht wirklich Fuß fassen. Allerdings ist seit März 2016 die AfD-Hochschulgruppe mit einem Sitz im Studierendenparlament der Fernuni Hagen vertreten. Auch an der Uni Münster gibt es eine AfD-Gruppe. Am 10. Februar will AfD-Parteichefin Frauke Petry im Rathaus von Münster reden. Dagegen formieren sich schon jetzt breite Proteste – auch unter studentischen AktivistInnen.

Bald auch AfD an RUB?

In Bochum gibt es zurzeit weder eine Junge Alternative (JA) noch die Bestrebungen von RUB-Studierenden, eine AfD-nahe Hochschulgruppe aufzubauen. Das bestätigte zumindest auf Anfrage der :bsz Sebastian Marquardt. Der Geschäftsführer der AfD-Fraktion Bochum war Gründungsmitglied der Liste der Naturwissenschaftler und Ingenieure (NAWI) und hat sich erst nach seinem hochschulpolitischen Engagement lokalpolitisch der AfD zugewandt. Die NAWI distanziert sich ausdrücklich von „ausländerfeindlichen Bewegungen wie NPD, AfD und PEGIDA“.
Marquardt selbst würde sich von einer AfD an der RUB eine pragmatische Politik wünschen: „Eine Gruppe in Bochum hätte nicht eine solche Ausrichtung wie in Düsseldorf“, so der AfD-Politiker über die Aktionen der sogenannten „Campus Alternative“, die seit November 2016 im StuPa der Uni Düsseldorf vertreten ist. „Wir sind hier in Bochum keine Höcke-Fans.“ In Düsseldorf wurde etwa die Heinrich-Heine-Statue auf dem Campus mit einer Burka verhüllt und auf Facebook regelmäßig gegen Antirassismus oder Gender Studies gehetzt.
 
:Benjamin Trilling