Integration: Mit Impro-Theater zwei Länder vereinen
Alles dobrze
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Freak out your face: Mimik und Körpersprache sind das A und O bei Impro.	Foto: kac
Freak out your face: Mimik und Körpersprache sind das A und O bei Impro.

Dieses Jahr können wir wieder zehn polnische Studierende, die an dem neunten Deutsch-Polnischen Theaterprojekt teilnehmen, gemeinsam mit zehn Studis aus NRW auf der Studiobühne im Musischen Zentrum erleben. Letzten Donnerstag war die Begrüßungsparty für die polnischen Studis, auch die TeilnehmerInnen von vergangenen Jahren, die an dem Projekt mitgewirkt haben, wurden eingeladen. Trotz langer Nacht standen alle pünktlich am nächsten Morgen auf, um in der Laerholzstraße 80 mit den Proben zu beginnen. 

Der künstlerische Leiter und Theaterpädagoge Marcel Schäfer kümmert sich dieses Jahr um die Theatergruppe. Er hat schon Schüler­Innentheatergruppen auf europäischen Festivals geleitet und spielt selbst in der Impro-Theatergruppe HaiLight. Innerhalb von zehn Tagen muss er auch den Unerfahrenen die nötige Bühnensicherheit vermitteln.

Die Impro-Show wird von den ZuschauerInnen bestimmt, sie können zum Beispiel den Ort vorgeben oder Begriffe nennen, zu denen die SchauspielerInnen eine Szene spielen müssen. 

Mateusz, 24, Student der Kulturwissenschaft in Krakau, hatte anfangs Bedenken, ob er auf der Bühne nicht einen totalen Blackout bekommt; jetzt ist er bereits das zweite Mal dabei.

Drei Sprachen, eine Probe

Doch wie sieht so eine Probe für das Impro-Theater aus? Zumal nicht jedeR TeilnehmerIn sowohl Polnisch, als auch Deutsch sprechen kann. Und wie kann man Impro, also Improvisiertes, proben?

Ganz so abwegig ist das nicht. Die Proben finden auf Englisch statt, dabei werden den Studis kleine Spiele beigebracht. Ein Spiel heißt zum Beispiel „First Kiss“: Die SchauspielerInnen suchen sich eine Person aus dem Publikum aus und versuchen darzustellen, wie der erste Kuss, der Person aussehen könnte, die dann Ja oder Nein andeutet, wenn etwas stimmt oder eben nicht. Anita, 23, studiert in Dortmund Film und Sound und ist das zweite Mal bei diesem Projekt dabei. Sie kann mit drei Sprachen auftreten (Englisch, Deutsch und Polnisch). „Ich kann das Projekt jeder Person nur nahe bringen. Es ist eine tolle Erfahrung“, sagt Anita.  „Ein Impro-Spiel ist besonders lustig. Zwei SchauspielerInnen, die die Sprache des anderen nicht sprechen, unterhalten sich auf der Bühne, dabei entstehen die witzigsten Situationen“, fügt die 23-Jährige hinzu. So setze man sich mit den Sprachen auseinander und es gebe noch die vierte Sprache, die des Körpers. Durch Gestik und Mimik wird das Impro-Theater erst so richtig lebendig. Laut Schäfer ist die Form des Improvisationstheaters fördernd für die Integration bei dem Deutsch-Polnischen Theaterprojekt, da die Gruppe der Studis gemeinsam eine Show entwickelt.             

:Katharina Cygan

Infobox: Deutsch-polnisches Impro-Theater

Das deutsch-polnische Projekt an der RUB gibt es bereits seit 1994. Damals gab es einen reinen Austausch. Die Kooperation zwischen dem Akafö und dem Krakauer Studierendenwerk Bratniak in Bezug auf das Theaterprojekt gibt es seit neun Jahren. Karolina Kubiak von Boskop erklärt, dass nicht nur reines Proben im Vordergrund steht, sondern insbesondere der Spaß. Daher bekommen Studis aus beiden Ländern die volle Dröhnung Ruhrpott, da im Kulturprogramm nicht nur das Bergbaumuseum, sondern auch ein gemeinsames Currywurstessen steht.

Zeit:punkt

Musisches Zentrum, RUB. Freitag 18. September, 19:30 Uhr. Eintritt 5 Euro, ermäßigt 3 Euro.