Die RUB versucht sich erneut im Rennen um die Krone der Forschung
Aller guten Dinge sind drei?
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Bald Elite-Arena? Die RUB wäre gut beraten, sich um andere Dinge zu kümmern. Bild: juma
Bald Elite-Arena? Die RUB wäre gut beraten, sich um andere Dinge zu kümmern.

Kommentar. Die RUB will erneut in den Reigen der Elite-Unis aufsteigen. Das ist auch elf Jahre nach dem ersten Scheitern keine gute Idee.

Böse Zungen behaupten, die größte Errungenschaft des ehemaligen RUB-Rektors Elmar Weiler sei es gewesen, dass er es nie vollbracht hat, die Ruhr-Universität erfolgreich durch alle Auswahlrunden der Exzellenzinitiative zu führen. Sein Scheitern wurde 2008 ebenso laut wie 2012 bejubelt. In diesem Jahr will der neue Mann in der Chefetage Axel Schölmerich das erreichen, woran sein Vorgänger gescheitert ist – und die Chancen stehen gut, zumindest besser als 2011/2012. Damals waren die fehlenden, beziehungsweise nicht überzeugenden Zukunftsperspektiven der Universität ausschlaggebend. Um nicht wieder an der Zukunft zu scheitern, wählt das Rektorat einen demokratischeren Weg: In diesem Herbst sollen alle Betroffenen mitreden können, also auch Beschäftigte aus Technik und Verwaltung sowie die Studierenden. Ein rigoroses Entscheiden über die Köpfe der Betroffenen hinweg war einer der am Meisten kritisierten Fehler der letzten Bewerbung.

Same Shit – different label

Gewiss, von Elite spricht man gar nicht und sowieso ist alles anders, das ganze Mogelpaket heißt seit dem vergangenen Jahr Exzellenzstrategie. Doch die Kritikpunkte bleiben die selben. Was sich exzellent auf die Forschung auswirkt, wird die Förderung der Lehre kaum verbessern. Bereits jetzt muss der Lehrbetrieb mit weniger als der Hälfte an Fördergeldern auskommen als die Forschung. Bei immer weiter zunehmenden Studierendenzahlen läuft das Ganze früher oder später auf einen Finanzierungsstopp für Studium und Lehre hinaus. Ein Problem, das bereits seit mehr als 30 Jahren existiert. Doch spätestens, wenn sich eine Hochschule von der Masse abhebt, interessiert der Bildungspöbel an den gewöhnlichen Universitäten sowieso nicht mehr. Spitzenausbildung für die kommenden Wissenschaftsgenerationen, ein sich selbst erneuerndes Ökosystem hoch oben im Elfenbeinturm, hinabblickend auf den akademischen Plebs, der nach dem Bachelorabschluss dem Arbeitsmarkt zum Fraß vorgeworfen wird. An der RUB ist so etwas fehl am Platze, Defizite in der Lehre gibt es zu Genüge.

:Justinian L. Mantoan