Ab 17. November im Kino: „Im Namen der Tiere“
Agit-Prop gegen den Fleischkonsum
Foto: W-Film
Schwein gehabt: Dieser Filmprotagonist wurde von TierrechtaktivistInnen aus dem Schlachthof gerettet. Foto: W-Film
Schwein gehabt: Dieser Filmprotagonist wurde von TierrechtaktivistInnen aus dem Schlachthof gerettet.

Gegen die Schmerzensschreie in Schlachthöfen: Der Dokumentarfilm „Im Namen der Tiere“ von Sabine Kückelmann klärt über die grausamen Seiten der Fleischindustrie und der Tierzucht auf.

Auf seinen Hinterbeinen kann das Schwein gar nicht mehr stehen. Das Schlachtvieh wird getreten und geprügelt, bis es in der Tötungsbox steckt. Panisches Grunzen. Dann wird dem Tier ein Bolzen in den Schädel gerammt. Ein kurzes Zucken, bevor der leblose Körper auf die blutverschmierten Fliesen fällt. Wenige Minuten später hängt das Schwein zerteilt an einem Haken.

Das ist eine von vielen Szenen aus dem Film „Im Namen der Tiere“, die drastisch den Umgang mit Tieren in den Schlachthöfen vor Augen führt. Das Ziel dieser Bilder: „Tiere können sich nicht durch unsere Sprache ausdrücken. Ihre Schmerzensschreie verhallen hinter dicken Mauern. Daher habe ich diesen Film gemacht: in der Hoffnung, den Tieren eine Stimme zu geben, die unsere Herzen erreicht“, so die Regisseurin Sabine Kückelmann, die den Film mitkommentiert.

Kein Fleisch ohne Gewalt

Dafür schildert die Regisseurin nicht nur ihren eigenen Werdegang – von ihrer Entscheidung, sich vegan zu ernähren, über ihr Engagement in einem Tierschutzverein bis zu Diskussionen mit FreundInnen und Familie – sondern lässt auch PhilosophInnen, Ärzte und Ärztinnen, TierrechtaktivistInnen und andere ExpertInnen zu Wort kommen, um ethische Fragen zu klären wie: Ist es moralisch legitim, Tiere zu schlachten oder Experimente mit ihnen durchzuführen? 

Die Erkenntnisse sind nicht besonders überraschend: Tiere haben ein zentrales Nervensystem, sie haben Angst, Glück und den Willen, nicht zu sterben – und wehren sich entsprechend: Kein Fleisch ohne Gewalt. Der Film kombiniert dieses Wissen mit drastischen Bildern. 

Ästhetisch ist das alles nicht überragend: „Im Namen der Tiere“ ist keine Sternstunde des Dokumentarkinos und erinnert zuweilen an durchschnittliche TV-Reportagen. Aber die Botschaft kommt an: Wer sich nach diesem Film noch auf den Weihnachtsbraten freut, ist ein hoffnungsloser Unmensch. Eine schonungslose Aufklärung über Tierhaltung sowie Experimente. Agit-Prop gegen den Fleischkonsum. 

:Benjamin Trilling