Forderungen und Vorschläge – ein wichtiger Schritt
„Wohnungskrise und Klimakrise bekämpfen“
Bild: luq
Treffen vor dem Jahrhunderthaus: Die Organisationen verschaffen ihrem Anliegen bildlich Nachdruck.

Bündnis. Am Freitag, den 17. September, haben 18 Organisationen ihr Papier zur „Erklärung für eine soziale und ökologisch zukunftsfähige Wohnungspolitik in Bochum“ unterschrieben. 

An diesem Tag traf sich ein gutes Dutzend Menschen, um bei einer Pressekonferenz ihre Arbeit vorzustellen. Dafür trafen sich die Menschen am Jahrhunderthaus, in dem das Papier vorgestellt wurde, mit verschiedenen erklärenden Wortbeiträgen von Vertreter:innen der Organisationen für die Presse. Die Freude war groß, denn endlich, nach einem halben Jahr an Diskussionen und Zusammenarbeit, ist ihr Papier vollendet, bereit zum Unterschreiben und auch bereit dafür, der Stadt vorgelegt zu werden. An der Arbeit waren 18 Organisationen beteiligt, zu denen Anwohnerinitiativen, das Bochumer Klimaschutzbündnis, der Mieterverein, der Deutsche Gewerkschaftsbund, Fridays For Future, BUND und NABU gehören. 

Worum geht es? Das Wohnproblem begleitet uns schon seit Längerem, zuletzt war dazu eine große Mietendemo in Berlin. In dem Papier wird erklärt, dass zum einen die „soziale Spaltung zwischen Stadtteilen“ zunimmt und zum anderen der Klimawandel „Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit sowie die Entwicklung von Natur- und Kulturräumen sowie die Artenvielfalt im Ruhrgebiet“ hat. Dennoch sehen sich viele Menschen nicht in die Stadtplanung und -entwicklung auf Augenhöhe eingebunden. In Bochum wurde 2017 das kommunale „Handlungskonzept Wohnen“ beschlossen, welches Ziele für die Entwicklung des Wohnungsmarktes in Bochum setzt. Die Stadt soll attraktiver werden und dafür sei beispielsweise eine intensivierte Neubautätigkeit unabdingbar.  Darauf eingehend ist dieses Papier entstanden, damit es bei der Fortschreibung des Konzeptes und bei laufenden Projekten implementiert werden kann. 

Zu den Forderungen gehört die Vermeidung der neuen Flächenversiegelung. Denn Bochum gehöre schon jetzt zu den Top 10 der größten Städte Deutschlands in Bezug auf die Flächenversiegelung, während die vergangenen Starkregenereignisse eine Dringlichkeit an Sickerflächen deutlich gemacht hätte. Darüber hinaus weise der Bericht über den Klimawandel und die Klimafolgen in NRW überdurchschnittlich hohe Werte bei den urbanen Hitzeinseln für Bochum aus. Das Fazit der Erklärung ist, dass der Neubau nicht die Lösung sein kann. Stattdessen wird die sozial-ökologische Entwicklung des bereits gebauten Bestands gefordert. Der Neubau kranke an noch etwas – nämlich den Mieten. Diese liegen bei „freifinanzierten Neubauten“ anscheinend deutlich über dem aktuellen und durchschnittlichen Mietpreisniveau in Bochum. 

Um die Mietpreise zu stabilisieren, werden mehrere Lösungsvorschläge gegeben. Darunter fallen der Erhalt von preiswerten Wohnungen, die „Bekämpfung von Sanierungsstau“, der „Erlass einer Wohnraum-Zweckentfremdungssatzung“ und die „Kommunalisierung von Wohnraum“, anstatt den Wohnraum zu privatisieren und an profitorientierte Investoren abzugeben. Sollte es vorkommen, dass ein Stück Grund und Boden nicht von der Kommune selbst entwickelt wird, dann sollten Regularien gelten für den Bau. Es solle zuerst nach dem Erbbaurecht an „gemeinwohlorientierte Bauträger“ vermittelt werden, die sich dazu verpflichten müssten, der Mietpreisbindung und der ökologisch nachhaltigen und klimaneutralen Bauweise nachzugehen. 

Natürlich steht noch viel mehr in dem Papier und wenn es Euch interessiert, könnt Ihr es unter diesem Link komplett lesen: tinyurl.com/WohnenBochum

               
  :Lukas Simon Quentin