oder auch nicht?!
„Our Diversity is our strength“ ...

… lautet das Motto des neuen Prorektorats für Diversität, Inklusion und Talententwicklung an unserer Universität. Ein Einblick in das noch in den Kinderschuhen steckende “Diversity-Portal”.  

Am 1. November 2021 trat das neue Rektorat der Ruhr-Universität Bochum - bestehend aus Rektor Prof. Dr. Martin Paul, der Kanzlerin Dr. Christina Reinhardt, Prof Dr. Kornelia Freitag, Prof. Dr. Isolde Karle, Prof. Dr. Denise Manahan-Vaughan und Prof. Dr. Günther Meschke - seine sechsjährige Amtszeit an. Dabei übernahm die Theologin und Universitätspredigerin Prof. Dr. Karle das Prorektorat für Diversität, das im Zuge der Neubesetzung des Rektorats geschaffen worden war. Sie selbst bezeichnet die RUB als führend auf dem Gebiet der Diversität: „Sie ist als Reformuniversität des Ruhrgebiets dazu prädestiniert, Vorbild in der deutschen Wissenschaftslandschaft in Sachen Diversity zu sein – und auch und nicht zuletzt dadurch exzellent zu sein.“ Es sei Prof. Dr. Karles Intention, das bisherige Unterstützungsangebot im Bereich Diversity zu systematisieren und weiterzuentwickeln, um eine zentrale RUB-Diversity-Strategie zu entwickeln, welche RUB-Talenten ungeachtet ihrer biografischen, familiären oder kulturellen Hintergründe gleichartig unterstützen soll, um die Entfaltung von Fähigkeiten und Talenten vor dem Hintergrund der Beseitigung von Diskriminierungsproblematiken gezielt zu fördern.   
Die neu eingerichtete Website des Prorektorats bietet Informationen zu Inklusion und Diversität an der RUB: Ihr könnt Euch beispielsweise über den Abbau von Barrieren im Uni-Alltag, Queer-Sein an unserer Uni, Gleichberechtigung sowie Talentförderung und auch über den Diversity-Forschungsbereich informieren. Ein Teil der Website befindet sich noch im Aufbau, sodass die ganze Bandbreite an Angeboten und Informationen noch nicht einsehbar ist - wir sind gespannt darauf, was uns noch erwarten wird. Laut Prof. Dr. Karle wird uns noch folgendes erwarten: „Im Diversity-Portal bündeln wir alles rund um Gleichstellung, Inklusion, Talente und Rassismus sowie die dazugehörigen Services und Ansprechstellen auf dem Campus“. Ihr sei es darüber hinaus wichtig, mit der Website “so schnell wie möglich online einen Ort [zu] schaffen, in dem alle Menschen an der RUB Informationen und Ansprechpersonen für ihre Diversity-Anliegen finden.” 
Trotz der Tatsache, dass die Website noch nicht fertiggestellt worden ist, ist besonders der “Up-to-date”-Kasten der Seite interessant, der Euch über Termine und Veranstaltungen bezüglich Diversität auf dem Laufenden hält, wie zum Beispiel über den Deutschen Diversity-Tag 2022 und die Antisemitismus-Tagung im Mai diesen Jahres. Des Weiteren ist bereits die Videoreihe “Let’s talk” gestartet, in der sich Prof. Dr. Karle mit verschiedenen Menschen über Themen aus dem Bereich Diversity austauscht und um Einblicke in ihre Lebenswelten bittet. So sprach Prof. Dr. Karle bereits mit dem Doktoranden Ilker Gündoğan aus der Sektion Politik Ostasien an der Fakultät Ostasienwissenschaften.  

Über den nachfolgenden Link könnt Ihr Euch selbst einen Eindruck von der Website des Prorektorats für Diversität verschaffen und weitere Informationen finden: uni.ruhr-uni-bochum.de/de/diversitaet/

Über Twitter werdet Ihr außerdem von Prof. Dr. Karle darüber auf dem Laufenden gehalten, was sie mit dem Prorektorat seit Dezember 2021 an der RUB in Bewegung gesetzt hat: twitter.com/IsoldeKarle.
         

    :Rebecca Voeste

Meinungssache: 

Diversity my Ass!

JA! Die Uni ist “bunt.” Und gerne will sie das auch nach außen hin zeigen. Doch all das in der besten performativen Gestalt. Ich freue mich wirklich auf positive Änderungen am Campus, die vor allem die Dozierenden betrifft. 

Liebe Ruhr-Uni,  

herzlichen Glückwunsch zu diesem Schritt. Nachdem andere Hochschulen schon wesentlich weiter sind, hat sich nun auch unsere Uni für den Weg entschieden, ein Diversity Portal zu gestallten.  

Wenn ich auf meine Studienzeit an die RUB Rückblicke, und die findet in den 20er-Jahren eines vermeintlich „Reflektierten“ Jahrtausend statt, dann könnte ich kotzen und das auf intersektionaller Ebene. Ob es Kommilitonen sind, die wissen wollen, wo man wirklich herkommt, da man ja international aussieht und nicht deutsch sein kann. Dozierende Witze über den Namen machen. Oder die Dozentin, die einem sagt: „Behindert sehen sie aber nicht aus!“ danke! Aber ich soll mich ja nicht so anstellen, denn so was passiert ja den Besten. Wir kennen es ja! Das Leben am Campus ist eben für einen Typ Studi gedacht und je nach Fakultät passt man rein oder eben nicht. Als Arbeiterkind, schwarze Mixed-Race Person mit chronischer Krankheit und Behinderung passe ich hier auf so vielen Ebenen nicht rein. Könnte man es ändern? Bestimmt: Indem man Anlaufstellen ermöglicht und auch den Studierenden Glauben schenkt oder grundsätzlich über ihre Rechte aufklärt.  

Ich kenne einige wie mich und ich habe sie gehen sehen. Aus den Superwissendenreflektiertenextremwoken akademischen Räumen. Sie sind keine Opfer! Sie haben auf ihre Gesundheit gehört. Die Menschen, die sich in akademischen Räumen nicht wohlfühlen. Weil ihnen gespiegelt wurde und wird, dass sie hier nichts zu suchen haben. Da helfen auch „Inklusive-“ und „Diversity-“ Plakate, die das Gegenteil darstellen sollen, nichts. Dieser Kommentar soll kein Uni-hate werden, auch wenn ich diesen Ort in den ersten Semestern als Hölle sah. Mittlerweile kenne ich mich aus und gestalte meinen Stundenplan sehr personenabhängig, um möglichst Sexismus, Ableismus und Rassismus von Dozierenden zu vermeiden. Was aber auch heißt, ich limitiere mich in meinem Studium, da ich mich selbst schützen möchte. Ich freue mich über Veränderung am Campus, weiß aber auch – wenn das im RUB-Tempo gestaltet wird, werde ich das nicht mehr erleben. Aber HEY! Es gibt jetzt wenigstens ‘ne YouTube-Talk-Reihe wo wir dann über Krieg, Gendern und das N-Wort in Seminaren sprechen können.Oder warum es so wenig Dozierende of Color gibt.
Ich bin gespannt, ob man ewig dieselben Gesichter sieht, die eh schon sprechen oder auch mal Menschen zu Wort kommen, die sonst gerne unsichtbar gemacht werden.
Ich küsse Eure Augen!               

  :Abena Appiah

Co-Autor(in):