Ms. Marvel ist mehr als nur eine Superheldin
„Ms. Marvel“
Bild: mimo
Symbolbild

Representation matters! Besonders, wenn es richtig gemacht wird. Die neue Marvel Serie „Ms. Marvel“ des Marvel Cinematic Universe, ist ein unerwartetes (perfektes) Beispiel für gute und richtige Repräsentation. Leider erst im Jahr 2022, aber lieber spät als nie, oder? 

Achtung, Marvel-Fans und ganz großes Achtung an die Nicht-Fans, denn die neue Serie „Ms. Marvel“ vom Streaming-Dienst Disney+ wird euch aus den Socken hauen. Jahrelang gab es kaum PoC in Superheld:innen-Besetzung, geschweige denn in Hauptrollen. Schwarze, braune oder andere PoC waren oft nur Nebencharaktere, die in den meisten Fällen den Terroristen, den Bösewicht oder einen Stereotypen spielen durften. Schaut man sich einen Film an, in dem ansatzweise der Nahe Osten thematisiert wird, werden die Bildschirme gelblich, dieselbe Schlangenbändiger-Musik (die nichts mit dem Land oder der Kultur zu tun hat) läuft im Hintergrund, immer nur der IS oder Krieg und ganz wichtig die ganzen verschleierten Frauen, die kein Wort sagen dürfen, weil ihre bösen Männer es nicht erlauben.  

Oftmals geht es dann um den Islam, der mit Terror in Verbindung gebracht wird. Umso erstaunlicher war der Moment der Realisation, dass die neue Ms. Marvel Kamala Khan heißt und eine muslimische Pakistanerin ist, die in Jersey City aufwächst. Sie ist Gamerin, liebt es Fan-Fiction zu schreiben und ist ein Superhero-Fan, aber eben auch die Tochter von zwei pakistanischen Migrant:innen, die mit ihrer Kultur zu kämpfen hat. Die Serie greift das Problem der (Nicht-)Zugehörigkeit auf, welches die meisten First Generation Migrant:innenkinder empfinden. Das Gefühl weder „hier“, noch „dort“ zugehörig zu sein, denn in beiden Welten ist man ein:e Ausländer:in. Nicht nur die Probleme der Protagonistin sind authentisch wiedergegeben worden, sondern auch ihre Kultur und ihre Heimat. 

Denn „Ms. Marvel“ spielt nicht nur in Amerika, sondern auch in Pakistan und eine bessere und möglichst authentischere, respektvollere Darstellung des Landes und des Islams habe ich in Hollywood bisher nicht erlebt.  

 

Bisher soll die Serie nur eine Staffel mit sechs Folgen umfassen. Über eine weitere Staffel würden sich sicherlich sehr viele PoCs freuen, denn als 20-Jährige, muslimische PoC, habe ich mich zum ersten Mal mit einer Hauptrolle völlig identifizieren können und wie ein kleines Kind jede Folge mitgefiebert.      

:Miena Momandi

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