Alles außer Kellnern: Die :bsz-StudiJob-Reihe
„Lasst mich durch, ich bin Journalist!“
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In der Höhle der Lügenpresse: Hier sieht man, wie Marek (vorne) exklusive News notiert, Benjamin (Mitte) neueste  wikileaks enthüllt und Tim (hinten) den designierten Bundespräsidenten interviewt. Foto: lux
In der Höhle der Lügenpresse: Hier sieht man, wie Marek (vorne) exklusive News notiert, Benjamin (Mitte) neueste wikileaks enthüllt und Tim (hinten) den designierten Bundespräsidenten interviewt.

JedeR von Euch hat sie schon mal in der Hand gehabt: Die Bochumer Stadt- und Studierendenzeitung – die :bsz. Marek ist 29 Jahre alt und schon seit vier Jahren aktiver Redakteur. Der Musikfan und Literaturenthusiast berichtet von seiner Arbeitswoche.

Am Mittwoch geht es los mit der Planung der nächsten Ausgabe. Hier darf und soll jedes Redaktionsmitglied, egal ob RedakteurIn oder PraktikantIn, Themenvorschläge mitbringen. Diese werden nach Priorität sortiert und schließlich nach Absprache eingeplant. Dann geht es an die Artikel selbst: Terminabsprache für Interviews, Recherche, Fotos machen, Karikaturen zeichnen und abschließend muss noch der Artikel geschrieben werden. Abgabetermin ist schon der kommende Sonntag!  Die nächste Sitzung ist am Montag um 8 Uhr und es gilt: „Es geht keiner nach Hause, bevor die Ausgabe komplett fertig ist.“

Und es gibt viel zu tun: Korrekturlesen, Layouten, Fotos bearbeiten. Ist letztendlich alles fertig und für gut befunden, geht der Auftrag an die Druckerei. Bis dahin kann es schon mal zehn Stunden dauern. Durchatmen, einander Beglückwünschen und dann geht es wieder an die Themensuche für den nächsten Mittwoch.

„Viel Arbeit, aber es lohnt sich.“

Marek findet „total stark“ an der Redaktionsarbeit, dass man überall kostenlos reinkommt. Ob Veranstaltungen im KulturCafé, Messen oder Mareks persönlicher Favorit bisher: das „Metal Days“-Festival in Slowenien. Als Fan von harter Musik konnte er sich dort mit Szenegrößen unterhalten und sich beim Schreiben des Artikels kreativ ausleben. Als JournalistIn gilt das eigene Hobby ebenso als eine Ressource, wie etwa eine gute Allgemeinbildung. 

Die Arbeit bei der :bsz wird bezahlt – anders als etwa bei CT das Radio. Vergütet wird alles, was man einreicht. Beispielsweise 10 Euro für ein Bild und 4 Euro pro 500 Zeichen. Außerdem 77 Euro für die Teilnahme an der Montagssitzung. Bezahlt wird die :bsz übrigens durch den Sozialbeitrag, also von den Studierenden selbst.

Wie wird man Mitglied?

Da ist zunächst der Weg über das traditionelle Bewerbungsverfahren für einen der vier Redaktions- und zwei Praktikumsplätze. Zudem werden drei Plätze von den stärksten Listen des AStA gestellt und noch mal drei durch die FachschaftsvertreterInnenkonferenz. Dabei hilft vor allem aktive Beteiligung am studentischen Leben und nicht zuletzt: Mut zum Nachfragen.

Anders als andere Redaktionen

Die :bsz arbeitet als Konsensredaktion. Es gibt keineN finaleN EntscheiderIn, die/ der für die fertige Ausgabe verantwortlich ist. Stattdessen wird über Streitfragen debattiert, bis es einen Konsens gibt. Diskussionen stehen daher an der Tagesordnung. Das kann bisweilen ganz schön viel Zeit in Anspruch nehmen. 

Gastautor :Frederik Herdering 

ist Kulturressortleiter bei CT das Radio

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