Ein Blick zurück
„I can’t breathe“ – Ein Jahr danach
Symbolbild
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Rassismus. Der Fall des auf offener Straße zu Tode erstickten George Floyds bewegte 2020 nicht nur die USA. Auf jeglicher Social Media Plattform verbreitete sich in Anteilnahme der Hashtag #BlackLivesMatter, der strukturelle Rassismus in Amerika rückte erneut in den Mittelpunkt der Gesellschaft und weltweit kam es zu vielen Protesten. Letztendlich folgte letzten Monat die Verurteilung des verantwortlichen Polizisten. Wir werfen mit Euch einen Blick zurück auf den Fall.       

Protestbewegung - Damals

Der Aufschrei war groß und die Ermordung George Floyds war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Im letzten Jahr wurde nicht nur in Amerika demonstriert, sondern weltweit! Schwarze Menschen fühlten sich das erste Mal gehört und bekamen Solidaritätsbeistand von Menschen aus verschiedensten Communities. Zehntausende versammelten sich in den Großstädten Deutschlands und wollten ein Zeichen setzen! Nicht nur, um für Gerechtigkeit für George Floyd zu kämpfen, sondern auch für die anderen Opfer der schweren Polizeigewalt gegenüber Schwarzen Menschen. Auch in Deutschland! Es zeigte sich ein kleiner Wandel ab. Die Bücher auf den Bestsellerlisten waren von Schwarzen Autor:innen, die über den Missstand und Rassismus in Deutschland sprachen. Universitäten und Schulen bemerkten, dass ihre Institutionen doch traumatisierend sind und daran was ändern wollen und müssen.

Protestbewegung - Heute

Die Solidarität hielt, bis der Hype zu Ende war! Die Demonstrationen wurden kleiner. Das Thema rund um George Floyd und Antischwarzen-Rassismus wurden für Menschen, die auf Instagram eine schwarze Kachel posteten, genauso aus ihrem Leben gelöscht wie aus ihrem Feed. Back to Basics wird in Deutschland wieder darüber diskutiert, ob man das N-Wort sagen darf oder nicht! In England wird Sarah Johnson, eine Frau, die die größten Black Lives Matter Proteste in England organisiert hatte und Mitgründerin der Partei Taking the Initiative ist, wurde Ende Mai in den Kopf geschossen und liegt aktuell auf der Intensivstation. In der Zeit nach George Floyd verloren über 200 Schwarze Menschen ihr Leben durch Polizeigewalt in Amerika. Es scheint, als brauche die Welt jedes Mal ein Lynchvideo, um glauben zu können, dass es Ungerechtigkeiten gegenüber marginalisierten Menschen gibt, damit die nächste Hype-Bewegung starten kann! George Floyd und all die anderen Toten durch Polizeigewalt sollten nicht dem Voyeurismus unserer Gesellschaft dienen.

:Abena Appiah

Mai 2020

George Floyd wird am 25. Mai in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota von dem weißen Polizeibeamten Derek Chauvin wehrlos am Boden liegend getötet. Floyd hatte artikuliert, dass er nicht atmen könne – „I can’t breathe“, trotzdem drückte Chauvin ihm mit dem Knie die Luftröhre zu. Drei umstehende Polizeibeamte schritten nicht ein. Ein Zeugenvideo des Vorfalls sorgt weltweit für Aufsehen, sodass es zu massiven Protesten kommt.
Der Polizist Chauvin ist am 26. Mai entlassen worden. Am 29. Mai wird er verhaftet. Am gleichen Tag wird er wegen Mord dritten Grades und Totschlag zweiten Grades angeklagt.

Juni 2020

Die Anklage wird am 3. Juni auf Mord zweiten Grades verschärft. Noch immer kommt es weltweit zu Protesten unter „Black Lives Matter“ und „I can’t breathe“

Oktober 2020

Chauvin wird am 7. Oktober gegen eine Kaution aus der Haft entlassen.
Die Proteste entbrennen erneut vor Unverständnis.

April 2021

Nachdem am 29. März die Anklage erhoben wurde, wird Chauvin des Mordes zweiten Grades und zwei weiterer Anklagepunkte schuldig gesprochen (:bsz 1286). Der Richter befand, dass Chauvin seine Machtstellung als Polizist missbraucht habe, keine Erste Hilfe geleistet und darüber hinaus mit „besonderer Grausamkeit“ gehandelt hätte.

Mai 2021

Am 25. Mai ist der Todestag George Floyds jährt sich. US-Präsident Biden kommt mit dessen Hinterbliebenen in Washington zusammen. In mehreren Städten der USA und der ganzen Welt wird George Floyd gedacht.

Juni 2021

Das Strafmaß von Derek Chauvin wird am 25.06. bekanntgegeben werden. Es drohe eine besonders lange Haftstrafe.

:Rebecca Voeste

Co-Autor(in):