Gleichberechtigung auf allen Seiten?
„Die Rolle von Frauen und Geschlecht im Rechtsextremismus“
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Back to the 50’s – Ohne Nostalgie, dafür mit verrosteten Weltbildern. Bild: CC0, Bearbeitung: fufu
Back to the 50’s – Ohne Nostalgie, dafür mit verrosteten Weltbildern.

Vortrag. Die Fachstelle Gender, GMF und Rechtsextremismus der Amadeu Antonio Stiftung hat vergangenen Freitag im Blue Square Einblicke in gesammelte  Erkenntnisse und Ergebnisse gewährt. Gibt es Frauen in den Reihen der rechten Gruppierungen und haben diese eine Stimme?

„Frauen sind kleiner, schwächer und weniger intelligent, deswegen sollten sie auch weniger verdienen.“ So sieht das konservative Rollenverständnis in Köpfen wie von Janusz Korwin-Mikke, ehemaliges Mitglied des EU Parlaments und polnischer right-Wing Politiker, nach wie vor aus. In rechten Gruppierungen, seien sie neu oder alt, ist dies natürlich schon immer eine bekannte Begleiterscheinung. Trotzdem gibt es sie. Frauen in rechten Gruppierungen.
Doch wo bleibt der Platz für die Frauen der Rechten? Häufig, mit ein paar wenigen, aber medial sehr präsenten Ausnahmen, halten diese sich scheinbar eher im Hintergrund auf. Vieles passiere ganz anonym  unter falschen Namen auf Social Media Plattformen. Vor Falschmeldungen und Bildmanipulationen wird auch hier kein Halt gemacht.

„Frauen sollen Frauen Sachen machen!“

Beim Vortrag von Rachel Spicker, Amadeu Antonio Stiftung, wurde auch  auf eine Partnervereinigung hingewiesen die sich auf das Aufspüren von manipulierten Nachrichtenmeldungen im Netz spezialisiert hat. Einen Banner mit weiblichen, angeblichen Opfern von Angriffen durch Geflüchtete, gesehen auf einer Demonstration Der Identitären, konnten sie als gefakte Fotomontage ausmachen. Die Bilder waren größtenteils aus mehrere Jahre alten Fällen häuslicher Gewalt in Amerika und Russland.
Doch anstatt Politik zu machen, sollen Frauen in rechten Gruppierungen vorallem zeigen, dass sie da sind. Dabei bekennen sie sich meistens zum klassischen Leitbild der Familie und lehnen die Idee eher ab, dass Geschlechter auch soziale Konstrukte sein können, biologischer Unterschied zwischen Mann und Frau hingegen nicht zu leugnen sei. Dies schaffe innerhalb der Gruppierungen jedoch eine unrealistische Utopie vom Frauenbild. So sollen Frauen ihre Weiblichkeit am ehesten wie Madonna, sprich sexuell lassiv aufgeladen, präsentieren und dabei ihren häuslichen Pflichten nachkommen. Dies befeuere aber eher Wahnvorstellungen und Hirngespinste à la „Opfere dich auf – ER ist der Chef“, so wie es früher auch in einem Frauenkodex von 1955 in der Housekeeping Monthly hieß.

Ziele der rechten Frauen

Den sogenannten „Gender Terror“ wollen sie abschaffen, doch die unnatürliche Umgestaltung der deutschen Sprache als Mittel zur Umsetzung der Genderideologie wird von Mitgliedern dieser Parteien abgelehnt, denn „in einem freien Europa dürfe es keinen staatlichen Zwang zu einer politischkorrekten Sprache geben“. Frauen und Männer sowohl linker und rechter politischer Lager, werden sich wahrscheinlich, wenn nur darin einig sein, dass politisch korrekt Frage des Blickwinkels bleibt.
Dass Anfeindungen von politisch rechten oder konservativen Frauen an Frauen tagtäglich vorkommen, bewies auch eine traurige Wortmeldung einer Gästin, die berichtete, dass es immer weniger Schwangerschaftsabbruch Kliniken im Ruhrgebiet gäbe, weil es immer wieder Berichte von Frauen gab, die Patientinnen vor der Tür abfingen und sie einschüchterten und belästigten, um sie am Eintritt zu den Kliniken zu hindern. Dies hat inzwischen zu vielen Schließungen und einer erschreckenden Realität von nur zwei aktiven Kliniken in Bochum geführt, die diesen Eingriff anbieten.

:Christian Feras Kaddoura