An der Ecke Rottstraße/Südring in Bochum steht ein Bauwerk namens Hotel Eden, dessen optische Wirkung zwischen Endzeit-Romantik und osteuropäischem Ghetto schwankt. Seit nunmehr 15 Jahren steht das Gebäude leer und bot währenddessen AsylantInnen, Obdachlosen, RaverInnen wie KünstlerInnen eine vorübergehende Unterkunft als Schlafplatz, illegale Partylocation oder Ausstellungsort. Nun hat sich ein bayrischer Investor gefunden, der das Objekt abreißen und stattdessen einen Glücksspielbetrieb errichten will. Ganze acht Millionen Euro plant er, in das Projekt zu stecken – unter der Bedingung, dass die nächtliche Sperrzeit für Spielhallen von 1 auf 3 Uhr verkürzt wird. Beugt sich die Stadt dieser Forderung nicht, steigt er aus dem Kaufvertrag aus, der extra mit einer solchen Option versehen wurde. Die hiesige Journaille frohlockt, dass der Schandfleck endlich aus dem Blickfeld der Bochumer (Spieß-)Bürger verschwindet. Ob die Existenz einer Spielhölle und die traurigen Gestalten, die von einer solchen angezogen werden, eine großartige Besserung für das Viertel darstellen?

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