Über den Weihnachtsmann und russische Agenten
Da saß ich nun an meinem Esstisch und wartete auf den Nikolaus. Ich hatte extra die teure Krönung von Jacobs gekauft, um den Nikolaus mit dem Verwöhnaroma zu locken. Er sollte mir eine große Dose Erasco Doseneintopf bringen, denn seit dem Frühstück hatte ich nichts Warmes gegessen. Da kam er endlich schnuppernd um die Ecke gebogen und lachte hallend in seinen Rauschebart: „Du Dummkopf. Den Eintopf bringt doch der Weihnachtsmann, der alte Koffeinjunkie. Aber zu einer Tasse Kaffe sag ich auch nicht nein, wenn ich schon Mal in der Gegend bin.“

Tja, der Weihnachtsmann – offizieller Partner der Tchibo-Rösterei und der Coca-Cola-company. Kein Wunder, dass die braune Brause und die Arabica-Bohnen auf Dauer abhängig machen. Von den weiteren gesundheitlichen Folgen wollen wir mal gar nicht reden. Oder doch: Karies (daher der dichte Bartwuchs um den Mund), Magengeschwüre (daher der dicke Bauch unter dem roten Mantel) und Haarausfall (daher die alberne Mütze) sind die unübersehbaren Folgen. Wegen fahrlässigem Umgang mit den gesundheitsschädlichen Mitteln, hat die Krankenkasse einen Rollstuhl für den gehbehinderten Senior verweigert. Von Knochenschwund (durch die vielen Säuren) geplagt, muss der Weihnachtsmann auf ein selbstgebasteltes Gefährt, gezogen von seinen treuen Rentieren, zurückgreifen. Einen ordentlichen Job findet so einer natürlich nicht. Nur weil er eh nicht schlafen kann (das viele Koffein), hat sich das Christkind erbarmt, ihm einmal im Jahr die Heiligabendschicht zu geben. Getrieben durch das anregende Gebräu, kann er in einem Affenzahn von Schornstein zu Schornstein fliegen.
Wieso der Herr W. mitsamt seinem Schlitten fliegen kann, ist aufmerksamen BeobachterInnen auch schnell klar. Achtet mal auf die rot leuchtende Nase von dem Rentier vorne links. Plutonium!
Doch woher kommt er denn eigentlich geflogen mit Dasher, Dancer, Prancer, Vixen, Comet, Cupid, Donner und Blitzen (so angeblich die Namen der Rentierbande)? Obwohl die Post an ihn und das Christkind hierzulande nach Himmelreich geschickt wird, hält sich das Gerücht, der eigentliche Wohnort liege irgendwo zwischen Grönland und dem Nordpol. Selbst modernste GPS-Technik hat es aber noch nicht möglich gemacht, den genauen Ort zu finden. Auch GoogleEarth versagt bei der Suche nach Kaffeeduftwölkchen in der nördlichen Hemisphäre. Wenn dann über Hamburg allerdings mal was von dem radioaktiven Zeug aus Versehen runterbröckelt, sollte die Presse auch richtig darstellen, wie die Zusammenhänge aussehen.

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