Zeitungssterben
Der Lokaljournalismus ist Opfer der großen Verlage
Einheitsbrei: Die FUNKE-Mediengruppe bietet viele Titel, aber kaum Meinungspluralismus. Eine Problem vieler Lokalzeitungen unter der Leitung eines großen Verlags. Bild: NatiSythen CC BY-SA 3.0, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en

Kommentar. Ein Ruck ging durch den lokalen Medienmarkt, als der Traditionsverlag DuMont in den vergangenen Tagen mitteilte, dass man sich von der Lokalzeitungssparte trennen werde. Das Problem sitzt in den Medienhäusern, die den Lokaljournalismus in die Krise manövrieren.

WAZ schafft Lokalredaktion für den Kreis Recklinghausen ab
Westdeutsche Allgemeine Zeitung: Vollgestopft mit fremden Inhalten. Foto: koi

Erst Dortmund, jetzt der Kreis Recklinghausen: Nachdem die Westfälische Rundschau ihren Dortmunder Lokalteil abgewickelt hat, stampft nun auch die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) Lokalteile im Ruhrgebiet ein. Ersetzt werden diese durch Inhalte der Konkurrenz, in diesem Fall des Marler Medienhauses Bauer. Die RedakteurInnen und freien MitarbeiterInnen sind entsetzt, während die LeserInnen gar nicht erst informiert werden.

Entsetzen über Kahlschlagpolitik der WAZ-Mediengruppe
Medialer Kahlschlag: Die Westfälische-Rundschau bezieht ihren Dortmunder Lokalteil künftig von den Ruhr-Nachrichten. Foto: rl

Bereits in der vergangenen Woche berichtete die :bsz, dass die Lokalredaktionen der Westfälischen Rundschau (WR) mit Sitz in Dortmund zum 1. Februar 2013 geschlossen werden. Inklusive FreiberuflerInnen stehen etwa 300 Menschen vor einer prekären Situation. Ihre Zukunft ist ungesichert. Einerseits wirft die Entscheidung der WAZ-Mediengruppe, zu der die WR gehört, Fragen auf, inwieweit dieser „Kahlschlag“ unumgänglich war, andererseits verdeutlicht die Schließung der Zeitung einen allgemeinen Trend, demzufolge die Zukunft des Printjournalismus alles andere als rosig aussieht.