VRR
Semesterticket: Verkehrsverbund riskiert 66,5 Millionen Euro
Taube Ohren beim VRR: Wenn es nach dem Verkehrsverbund geht, wird das Semesterticket alles andere als bezahlbar bleiben. Foto: USch

Nachdem der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) den Studierendenschaften im Sommer die Semesterticket-Verträge gekündigt hat (die :bsz berichtete), gibt es hinter den Kulissen ein Tauziehen zwischen ASten und VRR-Vorstand um einen neuen Vertrag ab Wintersemester 2015/16. Mit der einseitigen Kündigung will der VRR Preiserhöhungen von über 40 Prozent durchdrücken und setzt zugleich feste Einnahmen von rund 66.524.000 Euro jährlich aufs Spiel. Die :bsz war für Euch dabei, als sich VRR-Chef José Luis Castrillo am vergangenen Donnerstag an der FH Dortmund erstmals der Kritik eines Studierendenparlaments (StuPa) stellte. Für Mittwoch, den 3. Dezember (18 Uhr, HZO 10), ist Castrillo ins StuPa der RUB eingeladen

Semesterticket: VRR-Verkündigungsveranstaltung im Dortmunder FH-StuPa
Und er erschien doch: VRR zu Gast bei der StuPa-Sitzung der FH Dortmund. - Foto: USch

Das Auftreten von VRR-Vorstand José Luis Castrillo bei der Sitzung des Studierendenparlaments (StuPa) der Fachhochschule (FH) Dortmund war an Dreistigkeit kaum zu überbieten: Rund drei Stunden redete sich der Betriebswirt am 20. November vor mehreren hundert Studierenden in der vollbesetzten Mensa der Uni Dortmund um Kopf und Kragen – ohne viel Konkretes zu sagen. Nur eines wurde überdeutlich: Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) ist offensichtlich nicht bereit, den vor Monaten vorgelegten neuen Vertragsentwurf zum Semesterticket nochmals grundlegend zu überarbeiten.

Semesterticket: Fachschaften diskutieren Petition und Briefkampagne gegen VRR

Die Feder ist mächtiger als das Schwert, lautet offenbar das Credo im Streit zwischen Studierenden und VRR. Bei der Fachschaftsvertreter- Innenkonferenz (FSVK) standen nämlich eine Online-Petition sowie eine Briefkampagne auf dem Programm.

Von Uni-VV bis Urabstimmung: Kippen des Semestertickets verhindern – aber wie?
Informiert uns endlich!. Foto. mb

Im Schatten der Endlosdebatten im Studierendenparlament (StuPa) um Carsharing & Co. droht gerade eine zentrale Errungenschaft der Studis in NRW wegzubrechen: Für das Semesterticket tickt die Uhr. Daher hat die :bsz die im StuPa aktiven Listen zu ihrer Position befragt, ob wegen des drohenden Wegfalls des Semestertickets umgehend eine uniweite Vollversammlung (VV) einberufen werden sollte. Wäre nicht Basisdemokratie in Form einer Urabstimmung nach vorheriger Uni-VV das gebotene Mittel, um den Anliegen der Studierenden gerecht zu werden?

Ab dem Wintersemester 2015/16 soll mit dem Studiticket Schluss sein
Der neue Vertrag wird nicht unterschrieben: Finanzreferent Sven Heintze sprach mit der bsz über die Kündigung des Semestertickets. Foto: bent

Nach der Kündigung des Semestertickets zum Wintersemester 2015/16 kritisiert der AStA der RUB, dass der VRR versuche, hierdurch die Studierenden zu erpressen, um einen neuen, teureren Vertrag durchzusetzen. Die vom VRR vorgeschlagenen Konditionen beinhalten eine stufenweise Anhebung des Ticket-Preises: In einigen Jahren wären es zusätzliche 50 Euro. Sven Heintze, AStA-Finanzreferent, kritisiert neben der intransparenten Linie des VRR auch die Berichterstattung der WAZ.

Landes-ASten-Treffen: Koordinatorin Sonja Lohf im :bsz-Gespräch
LAT-Finanzen gesichert: AStA-Finanzreferent Sven Heintze, LAT-Koordinatorin Sonja Lohf, AStA-Vorsitzender Martin Wilken (von links nach rechts). Foto: USch

Das Landes-ASten-Treffen (LAT) NRW ist neben dem „freien zusammenschluss der studierendenschaften“ (fzs) einer der beiden Dachverbände der Allgemeinen Studierendenschaften (ASten) in Nordrhein-Westfalen. Mit Sonja Lohf (Evangelische Fachhochschule Bochum) und Heraldo Hettich (Uni Bonn) hat das LAT NRW seit Ende August zwei neue KoordinatorInnen. Dies bietet die Chance, die Proteste gegen eine Preiserhöhung des Semestertickets zu bündeln und bei der aktuellen landespolitischen Debatte über den Entwurf eines „Hochschulzukunftsgesetzes“ (HZG) die Belange der Studierenden zu wahren (siehe :bsz-Beitrag „Wohin steuert die Hochschulpolitik“). Im :bsz-Gespräch erläutert Sonja Lohf, was sich die beiden ‚LAT-Kos‘ fürs Wintersemester vorgenommen haben.

VRR-Preiserhöhungen: Semesterticket in Gefahr

Viele AStA-VertreterInnen und hochschulpolitisch Aktive von Aachen bis Bielefeld fanden am 16. Juli auf Einladung des Allgemeinen Studierendenausschusses der Ruhr-Uni den Weg zu einem landesweiten Treffen in Bochum. Denn die Lage ist angespannt: Nach dem jüngsten Vorstoß des Verwaltungsrats des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) ist eine immense Verteuerung des Semestertickets zu befürchten (die :bsz berichtete). Daher gelte es nun, auf Landesebene den Druck zu erhöhen. Rasch waren sich die VertreterInnen des Landes-Asten-treffens (LAT) einig, den LAT-KoordinatorInnen Sonja Lohf (EFH Bochum) und Heraldo Hettich (Uni Bonn) hierzu ein Mandat für die politische und öffentlichkeitswirksame Arbeit zu übertragen.

Aus dem Studierendenparlament: Schwerpunkt-Thema Semesterticket

Eine Vielzahl komplexer Themen stand am 8. Juli auf der Agenda der letzten Sitzung des Studierendenparlaments (StuPa) in der Vorlesungszeit – allen voran die künftige Preisgestaltung des Semestertickets nach den Vorstellungen des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR). Dieser stellte die studentischen VertreterInnen bei seiner letzten Sitzung am 27. Juni durch eine mit nur zwei Wochen Vorlauf eingebrachte Vorlage, die eine progressive Preiserhöhung um rund 50 Prozent in den nächsten fünf Jahren vorsieht, vor weitgehend vollendete Tatsachen: Den einzelnen Studierendenschaften bleibe laut AStA-Finanzreferent Sven Heintze (NAWI) allein die Wahl, „Ja“ oder „Nein“ zu dem Vertragsangebot zu sagen. Der AStA-Finanzer findet klare Worte im StuPa: „Der VRR verfolgt das Kalkül, uns zu erpressen, das Angebot anzunehmen.“

Unter studentischem Protest durchgedrückt: Enorme Fahrpreiserhöhungen für Studi-Ticket
Studierende fühlen sich VRRarscht: Auf zum Protest gegen unverschämte Ticketpreise. Fotos: bent/kac, Collage: mar

Schon im Vorfeld wurde die hektische wie intransparente Kommunikation des Verkehrsbunds Rhein-Ruhr (VRR) kritisiert.

Nach Fahrpeiserhöhungen durch VRR: Protest und Kritik durch Studierende

Ganze zehn Minuten hat es gedauert: Der Verwaltungsrat des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) hat am Freitag, den 27. Juni, im Rathaus Essen Semesterticketerhöhungen bis 2020 abgesegnet. Neben den regulären Tariferhöhungen um 3,3 Prozent wurde eine Sondererhöhung für das Semesterticket beschlossen: Bis zum Winteresemester 2015/16 soll der Preis um 2 Euro angehoben werden, ab dem Sommersemester 2016 kämen bis 2020 um die 45 Cent pro Monat hinzu. Schon im Vorfeld kritisierten StudierendenvertreterInnen eine Intransparenz in den Tarifgesprächen mit dem VRR. Erst nach dem Beschluss boten Verantwortliche einen Dialog an. Da zog es die rund 100 empörten Studierenden, die der Verwaltungssitzung beiwohnten, aber schon in einer Demo zum Essener Campus auf die Straße.

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