Ruhr-Uni Bochum
Großer Auftakt: DGB-Hochschulgruppe gründet sich mit zahlreichen Aktiven
Für mehr Solidarität: An der RUB hat sich die DGB-Hochschulgruppe gegründet. Quelle: www.ruhr-mark.dgb.de

Mehr Solidarität und Mitbestimmung an der Ruhr-Uni Bochum sowie tariflich vergütete Arbeit auf dem Campus – dies sind die politischen Kernziele von rund 40 überwiegend bereits gewerkschaftlich aktiven TeilnehmerInnen am Gründungstreffen der DGB-Hochschulgruppe, die sich am 24. April an der RUB versammelten. Nach einem kurzen Erfahrungsbericht über die Gründung einer Gruppe des Deutschen Gewerkschaftsbundes an der Uni Münster 2006 wurden in lockerer Runde Perspektiven ausgelotet, Erwartungen formuliert und Aktionsideen entwickelt, um die Universitas zu einem menschlicheren, sozial gerechteren Ort zu machen. Ein wichtiges Thema war neben der Vorbereitung von Aktionen zum 1. Mai auch eine kritische Positionierung zum Hochschulzukunftsgesetz (HZG).

Engagement aus der Nachbarschaft und von der Ruhr-Universität
Das Übergangswohnheim an der Wohlfahrtstraße: Um die Hauptgebäude in der Mitte herum ziehen sich weiße Wohn-Container. Foto: ln

Auf ein Gesuch der Brenscheder Schule nach  freiwilligen HelferInnen, die sich als Unterrichtspaten für Flüchtlinge engagieren, meldeten sich 15 Studierende der Ruhr-Uni. Ein Runder Tisch, entstanden aus Eigeninitiative von Wiemelhausener BürgerInnen, plant weitere Aktionen um Flüchtlinge, die in Bochum an der Wohlfahrtstraße untergebracht sind, zu unterstützen.

Engagiert für die Interessen der Sexarbeiterinnen
Gegen Moralismus und Prüderie: Mareen Heying Foto: Mareen Heying

Bis Anfang Februar war in der Frauenbibliothek der RUB die polarisierende Ausstellung „Einblicke … in den Berufs­alltag von Sexarbeiterinnen“ zu sehen, welche zuvor in der Uni-Bibliothek Essen gezeigt wurde. Konzipiert und umgesetzt wurde sie von der Historikerin, Gender-Forscherin und Publizistin Mareen Heying, die an der RUB momentan an ihrer Promotion über Hurenbewegungen arbeitet. Mareen ist als Redakteurin der feministischen Zeitschrift „Wir Frauen“ tätig, zudem Buchautorin und freie Journalistin, war im FrauenLesbenreferat der Ruhr-Uni aktiv und hat auch schon bei der :bsz mitgewirkt. Patrick Henkelmann sprach mit der streitbaren Feministin zu ihrer Sicht auf sexuelle Dienstleistungen und zur gesellschaftlichen Debatte über jene.

Leicht gestiegene Beteiligung bei Wahl zum 47. Studierendenparlament der RUB
Die Ergebnisse zur Wahl des 47. Studierendenparlaments der Ruhr-Universität Bochum. Grafik: mar

Die Wahlen zum 47. Studierendenparlament an der Ruhr-Uni sind vorbei, doch die Arbeit beginnt erst. Der Sieg ging klar an die NAWI, doch zusammengenommen verpassten die Listen des bisherigen AStA die Mehrheit. „Auch wenn wir in unserer aktuellen Koalition nicht mehr ganz die Mehrheit im StuPa halten, sehen wir uns nicht als abgewählt“, so Martin Wilken für die NAWI in einem ersten Statement. Die parallelen Urabstimmungen über Theater-Flatrate und metropolradruhr (siehe unten) sorgten für einen Auszählungsmarathon bis Samstagfrüh.

Mit dem Metropolrad zum Theater
Campusweite Akzeptanz oder Biathlon für Nischenkulturen? Grafik: ln

Die Bochumer Studierenden haben bei der Urabstimmung zum Leihrad-System „metropolradruhr“ sowie zur Schauspielhaus-Flatrate überwiegend mit „Ja“ gestimmt – wenngleich das Votum für die Theater-Flatrate deutlicher ausfiel als für metropolradruhr und die Resultate insgesamt als durchaus durchwachsen deutbar sind. Für eine Weiterführung des Vertrags mit der Firma „nextbike“ stimmten 3.546 (58,71 %) von 6.040 Abstimmenden und für eine Fortführung der „Theater-Flat“ 4.820 von 6.097 Studierenden, die sich an der Abstimmung beteiligten, und damit 79,06 Prozent. Somit liegt die Zustimmung allerdings auch hier „nur“ bei 11,4 Prozent aller Studierenden und damit knapp unter dem Quorum, gemäß welchem mindestens so viele Studierende hätten zustimmen müssen wie an der letzten Wahl zum Studierendenparlament (StuPa) teilgenommen haben. Dann wäre das Abstimmungsergebnis in jedem Fall bindend.

Vom 13. bis 17. Januar wählen die Bochumer Studierenden ein neues Parlament
Logo des Studierendenparlaments der RUB. Bild: StuPa RUB

Mitbestimmung ist ein lang erkämpftes Privileg. Dieses sollte im Idealfall von allen Studierenden wahrgenommen werden.

Eindeutige Voten im Studierendenparlament (StuPa)
Ein seltenes Bild: Einstimmiges Votum im Studierendenparlament. Foto: USch

Es geschehen noch Zeichen und Wunder: Mit großer Mehrheit beschlossen wurde auf der letzten Sitzung des laufenden StuPa-Jahres letzten Donnerstag ein Antrag der Grünen Hochschulgruppe (GHG), in dem der AStA gebeten wird, „sich auf allen Ebenen für die Implementierung einer Zivilklausel in die Grundordnung der Universität und in das Landeshochschulgesetz einzusetzen“. Hierdurch sollen Werbeauftritte der Bundeswehr auf dem Campus sowie jede Art von Rüstungsforschung an der Ruhr-Uni sowie möglichst auch an anderen NRW-Hochschulen künftig der Vergangenheit angehören. Andere wichtige Anträge erzielten sogar einstimmige Voten – so etwa zur Einrichtung eines neuen „Autonomen Referats“ für Menschen mit Behinderungen.  

Vortrag „Wie machen wir Sex sexy?” am 25. November – Madeline Doneit im Gespräch
Will die Menschen zum Sprechen bringen: Madeline Doneit im Interview mit der :bsz. - Foto: as

Die Sexualpädagogin Madeline Doneit hat sich in ihrer Bachelorarbeit mit den Auswirkungen von gesellschaftlichen Machtverhältnissen auf unsere Vorstellungen von Sexualität auseinandergesetzt. Am 25. November wird sie dazu an der RUB einen Vortrag halten. Mit der :bsz sprach sie über ihre „Grauzonen“ und die Notwendigkeit beim Sex zu sprechen.

Burlesques „Theater der Verachteten“ am 9. und 10. November im Musischen Zentrum
„Wenn du Arbeit suchst, bist du im Theater falsch.“ Triops (Rico Großer, l.) führt  Maus (Billy Valentine) in die Truppe ein. - Foto: mar

„Grau, teurer Freund, ist alle Theorie“, dachte sich wohl nicht nur Goethes Mephisto, sondern auch Nathanael Ullmann. So beschloss der Theatermensch, seinem allzu grauen Studium der Theaterwissenschaft eine gehörige Portion Farbe hinzuzufügen. „Theater der Verachteten“ ist die zweite Aufführung des Ensembles ToM – Theater ohne Mittel und bringt am 9. und 10. November im Musischen Zentrum (MZ) der RUB bunt und ganz schön sexy die Frage auf den Tisch, „wie weit man mit dem Schauspiel gehen kann“ (Ullmann).

Mietminderung durch Emissionen beim Sportlerhochhaus-Abriss?
Apokalyptische Oase auf dem Grimberg: Die Überreste des Sporthochhauses. - Foto: USch

Während sich der Bau des GD-Gebäudes derzeit verzögert (siehe :rubinkürze), schreiten die Bauarbeiten am Gesundheitscampus – einschließlich neuem U35-Haltepunkt – indessen fort. Nachdem das ‚Haus der Freunde der RUB‘ dort inzwischen dem Abrissbagger zum Opfer gefallen ist, ist derzeit der Abriss des benachbarten Sporthochhauses in vollem Gange. Hierbei sind erhebliche Lärm- und – je nach Wetterlage – Staubemissionen zu beklagen, die insbesondere die AnwohnerInnen im nahegelegenen Wohnheim am Grimberg belasten. Zumindest für MieterInnen, die dort bereits länger wohnen, könnte dies Grund für eine Mietminderung sein.

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