Literatur
Kurt Krömer: „Ein Ausflug nach wohin eigentlich keiner will. Zu Besuch in Afghanistan“
Zurück aus Afghanistan: Alexander Bojcan alias Kurt Krömer. Foto: Daniel Porsdorf

Kurt Krömer hat es geschafft: In Deutschland kennt fast jedeR den Komiker. Auszeichnungen wie den Deutschen Fernsehpreis und den Grimme-Preis hat er bereits vor Jahren eingesammelt und eine neue Staffel seiner Late Night Show in der ARD wird im Juli gedreht. Auch als Schauspieler (Tipp: Eine Insel namens Udo) hat er bereits Erfahrungen gesammelt. Jetzt hat er mit der Veröffentlichung seines ersten Buches gezeigt, was er (noch) nicht kann: Schreiben! Doch das schadet seinem Reisebericht nicht. 

Büchner-Preis 2013 geht an Lewitscharoff
Löwen und Selbstmordgedanken: Des Philosophen Blumenbergs Phantasien. Collage: Jacq/mar/koi

Letzte Woche wurde das Urteil endlich gefällt und öffentlich gemacht: Die wohl bekannteste und begehrteste deutsche Ehrung für Literatur, der Georg-Büchner-Preis, geht dieses Jahr an die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff. Am 23. Oktober wird der Preis von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt verliehen. Neben der unbezahlbaren Ehre ist der Georg-Büchner-Preis zusätzlich mit 50.000 Euro dotiert.

Junge AutorInnen kapern KulturCafé und Freibad
Wortakrobat Philipp Dorok liest aus der Pandora-Anthologie der Gruppe Treibgut. Foto: mar

Wenn in Bochum Treibgut strandet und Piranhas gesichtet werden, ist weder die Ruhr übers Ufer getreten noch der Metaphernbogen überspannt. Trockenen Fußes und literarisch ambitioniert läuft in dieser Woche die 33. Auflage der Lesereihe „Gestrandet“ über die Bühne – ein Projekt der 2002 gegründeten jungen Literaturinitiative „Treibgut“. Unter dem Motto „Ruhrpiranhas – All you can read“ wird bei der Doppellesung am 5. und 9. Juni gegessen, was auf den Tisch kommt. Und das kann sich sehen lassen: Mit vielen AutorInnen, einer Erstlings-Präsentation, Dauer-Zeichen-Performance und Liedermacher-Support ist für jeden Geschmack was dabei.

Internationales Multikunstprojekt erobert Freies Kunst Territorium
Der polnische Autor Łukasz Łaski performt seine Texte vor Betonparkhaus-Bildern von Alexander Fichtner. Foto: mar

Über ein Dutzend KünstlerInnen mit deutschen und polnischen Wurzeln, die jedoch allesamt in der Ruhr-Region zuhause sind, präsentierten am Abend des 3. Mai kreative Deutungsmuster des Begriffs „Heimat“: Von heimischer Singer-Songwriter-Musik über literarische Lesungen auf Deutsch und Polnisch bis hin zu Fotos, Grafiken, Gemälden und  Videokunst wurden diskursive Annäherungen an das schwierige Thema versucht. Den Rahmen der von der Gemeinschaft für studentischen Austausch in Mittel- und Osteuropa (GFPS) e. V. initiierten sowie vom Slavistik-Institut der Ruhr-Uni und von der Fachschaft, dem Lotman-Institut und der Stadt Bochum unterstützten Veranstaltung im Freien Kunst Territorium (FKT) an der Bessemerstraße bot eine Ausstellung von Studierenden der Freien Akademie der bildenden Künste Essen. Das zumeist studentische Publikum aus Polen, Weißrussland, Tschechien und Deutschland zeigte sich überwiegend begeistert.

Mayersche sägt Literaturreihe „Wort-Café“ in Bochum ab
Lebt für die Literatur: Heike Wulf. Foto: www.wort-kunst-raum.de

Warum sollte man noch den Weg in eine Buchhandlung auf sich nehmen, wenn man doch jedes gewünschte Buch bequem von seinem plattgesessenen Schreibtischstuhl im Internet bestellen kann? In einer Buchhandlung kann man in Büchern blättern und wird fachkundig beraten.

Migration und Integration in dokumentarliterarischer Epik und Interviews
Mythos Migration: Davon erzählen die Geschichten in diesem Buch. Foto: Ethnotopia Buchkonzept

2011 jährte sich zum 50. Mal jenes Anwerbeabkommen, mit dem in der Folgezeit Hunderttausende MigrantInnen zu einer Übersiedlung als sogenannte GastarbeiterInnen nach Deutschland motiviert wurden. Beim Essener Verlag ethnotopia hat der KatakART e.V. nun eine von Uri Bülbül (Textzentrum Essen) konzipierte und realisierte Sammlung von Reportagen und Interviews herausgebracht, die das Phänomen der Arbeitsmigration aus verschiedenen, sehr persönlichen Blickwinkeln heraus illustrieren. MigrantInnen aus Bosnien-Herzegowina, Ghana, Griechenland, Italien, Spanien, Südkorea und – mit Abstand am stärksten gewichtet – der Türkei kommen in insgesamt 18 Beiträgen zu Wort. Hierbei ist ein spannendes Kaleidoskop erlebter Migrationsgeschichte entstanden.

Literatur stockt den Coolness-Faktor Bochums auf
Mit Partyanekdoten zum Doppelsieg: Honke Rambow (l.) schrieb Bochumer urbane Geschichte. Ralph Köhnen (r.) gratuliert. Foto: mar

Am Sonntag, den 17. März, fand in der Rotunde, dem alten Katholikentagsbahnhof, das Literaturpreis-Finale des Schreibwettbewerbs „Dein Bochum // Urban History Rewritten“ statt. Der Literaturwettbewerb stand unter dem Motto: „Schreib die Stadtgeschichte neu. Erzähl uns alles!“ Die Initiatoren – die Literarische Gesellschaft Bochum, der Friedrich-Bödecker-Kreis NRW e.V. und das Kulturbüro der Stadt Bochum – präsentierten die 24 besten Texte: live gelesen von den AutorInnen.

Dennis Thiel reflektiert anthropologische Konstanten
Krone der Schöpfung? Dennis Thiel untersucht das ‚Tier Mensch‘. Foto: mar

Der Mensch, was ist das für ein Wesen? Warum ist er auf der Welt? Was ist sein Platz im Universum? Warum handelt er so, wie er es tut? Fragen, an denen wohl seit der Mensch denken kann viele Zähne ausgebissen wurden. Viele dicke kluge Bücher von weisen Graubärten wurden darüber verfasst – und brachten kaum zufriedenstellende Antworten. Sollte etwa ein dünnes Büchlein eines jungen Mannes die Antworten liefern?

„Dead or Alive Slam“ im Schauspielhaus: Erster Sieg für die toten Dichter
Tote slammen länger: Dostojewski freut sich über seinen Sieg. Bild: Jacq

Der „Dead or Alive Slam“ ging letzten Freitag im Schauspielhaus Bochum in eine neue Runde. Tote Dichter vs. gegenwärtige Poetry-SlammerInnen. Ganz knapp machten diesmal die toten Dichter, inszeniert von SchauspielerInnen des Bochumer Schauspielhauses, das Rennen. Die hatten den Sieg sowohl dem legendären Fjodor Michailowitsch Dostojewski als auch dem bewundernswerten Schauspieler Daniel Stock zu verdanken.

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